Lorenz Andreas Fischer

Lorenz Andreas Fischer, 1966 in Luzern geboren, arbeitet als selbstständiger Fotograf mit den Schwerpunkten Natur, Natur- und Umweltschutz, Alpinsport, Reisen und Tourismus. Fischer verfügt über einen Master in Biologie und den Fachausweis für das Höhere Lehramt. Vor seiner Karriere als Fotograf arbeitete er als Ökologe im öffentlichen und im privaten Sektor sowie als Mittelschullehrer für naturwissenschaftliche Fächer.

Seine Bilder erlangen an den grössten internationalen Fotowettbewerben immer wieder Auszeichnungen, z. B. am Wettbewerb «Wildlife Photographer of the Year». 2006 wurde er zum besten europäischen Naturfotografen des Jahres gekürt. Fischer ist Nikon-Ambassador und Autor von diversen Bildbänden. In vielen seiner Bilder experimentiert er mit extremen Lichtstimmungen, häufig verschmelzen dabei Kunst- und Blitzlicht mit Wisch und Unschärfe. Für diese Kompositionen, die oft kontroverse Reaktionen auslösen, prägte er den Begriff «naturfotografischer Impressionismus».

Im Interview mit uns verrät er uns mehr über seine Faszination zur ungezähmten Natur.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Fotografie war für mich, seit ich denken kann, eine vorgelebte Berufsoption – mein Vater ist Fotograf. Bei mir kam es zuerst anders: ich habe Biologie studiert. Die Kamera war aber schon lange eine Lebensbegleiterin. Mein sportliches Interesse als Wildwasser-Kajakfahrer und Alpinist wollte ich fotografisch dokumentieren, ebenso die faszinierenden Dinge in der Natur. Bei meiner langjährigen Tätigkeit als Mittelschullehrer war es mir möglich, in einem Teilpensum zu unterrichten und auf der anderen Schiene die Fotografie voranzutreiben. Seit 2005 arbeite ich als freischaffender Fotograf. Diesen Schritt habe ich nie bereut.

Wieso Wildlife-Fotografie und was fasziniert dich daran?
Die wilde, ungezähmte Natur ist meine Triebfeder. Es ist naheliegend, dass ich mich in erster Linie mit grossen und theoretisch gefährlichen Tieren in Afrika auseinandergesetzt habe. Nur wenige Meter von einem Löwen oder Elefanten entfernt zu fotografieren, hat etwas sehr Elementares und Ehrliches. Es geht um die grundlegenden Dinge: Fressen und gefressen werden, Paarung, Geburt, Tod, es geht um den Puls des Lebens. Es ist wichtig, sich intensiv mit den Tieren auseinanderzusetzen, um das Geschäft sicher betreiben zu können. Das Tarnzelt ist weniger mein Ding, ich ziehe die offene Annäherung vor. Daher fotografiere ich in der Schweiz nur selten Tiere. Meine Themen sind aber weiter gesteckt. In Europa fotografiere ich vor allem Landschaften, und arbeite für verschiedene Auftraggeber im erweiterten Outdoor-Bereich. Andere Kontinente und Lebensräume sind dazugekommen.

Bild: Lorenz Andreas Fischer

Was zeichnet deine Fotografie aus?
Ich versuche, die Dinge zu vereinfachen und trotzdem ein Bild zu kreieren, das man länger als nur drei Sekunden anschauen möchte. Gern kombiniere ich Blitzlicht mit vorhandenem Kunstlicht und speziellen Lichtstimmungen der Sonne. Wichtig ist der entscheidende Moment. Das kann eine besonders ästhetische Kombination sein oder der Höhepunkt einer Handlung. Neben der formalen Stimmigkeit erzählen solche Bilder eine Geschichte, die jeder Betrachtende verstehen kann.

Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung?
Sicher wird in Zukunft überall und immer die neue D500 im Gepäck sein. Auf diese Kamera warte ich schon seit Jahren: klein, leicht, extrem leistungsfähig und der beste Telekonverter, den es überhaupt gibt. Ich kann mich oft nur mit Mühe beschränken. Daher sind so viele Gehäuse und Objektive dabei, die ein Projekt zulassen. Ich bin sehr gespannt auf die D5 mit dem neuen und erweiterten AF-Bereich.
Meine wichtigste Linse ist das 24–70-mm-Objektiv. Die muss immer dabei sein. In der Tierfotografie kommt man um ein langes Tele nicht herum. Ich schätze das 800-mm-Tele sehr, auch das 200–400-mm-Objektiv. Standard sind das grossartige 14–24-mm- und das 70–200-mm-Objektiv, das ich aber weniger oft einsetze. In den allermeisten Fällen sind auch mindestens zwei Blitze im Gepäck und das entsprechende Zubehör, um diese über Funk auszulösen.
Wenn es zu Fuss besonders weit gehen muss, setzte ich auf eine DX-Kamera und das 16–80-mm- sowie das 80–400-mm-Objektiv. Landschaftsaufnahmen fotografiere ich praktisch nur mit der D810. Dazu gehören dann das 14–24-mm-, das 24–70-mm- und das 70–200-mm-Objektiv.

Bild: Lorenz Andreas Fischer

Was zeichnet deine Fotografie aus?
Ich versuche, die Dinge zu vereinfachen und trotzdem ein Bild zu kreieren, das man länger als nur drei Sekunden anschauen möchte. Gern kombiniere ich Blitzlicht mit vorhandenem Kunstlicht und speziellen Lichtstimmungen der Sonne. Wichtig ist der entscheidende Moment. Das kann eine besonders ästhetische Kombination sein oder der Höhepunkt einer Handlung. Neben der formalen Stimmigkeit erzählen solche Bilder eine Geschichte, die jeder Betrachtende verstehen kann.

Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung?
Sicher wird in Zukunft überall und immer die neue D500 im Gepäck sein. Auf diese Kamera warte ich schon seit Jahren: klein, leicht, extrem leistungsfähig und der beste Telekonverter, den es überhaupt gibt. Ich kann mich oft nur mit Mühe beschränken. Daher sind so viele Gehäuse und Objektive dabei, die ein Projekt zulassen. Ich bin sehr gespannt auf die D5 mit dem neuen und erweiterten AF-Bereich.
Meine wichtigste Linse ist das 24–70-mm-Objektiv. Die muss immer dabei sein. In der Tierfotografie kommt man um ein langes Tele nicht herum. Ich schätze das 800-mm-Tele sehr, auch das 200–400-mm-Objektiv. Standard sind das grossartige 14–24-mm- und das 70–200-mm-Objektiv, das ich aber weniger oft einsetze. In den allermeisten Fällen sind auch mindestens zwei Blitze im Gepäck und das entsprechende Zubehör, um diese über Funk auszulösen.
Wenn es zu Fuss besonders weit gehen muss, setzte ich auf eine DX-Kamera und das 16–80-mm- sowie das 80–400-mm-Objektiv. Landschaftsaufnahmen fotografiere ich praktisch nur mit der D810. Dazu gehören dann das 14–24-mm-, das 24–70-mm- und das 70–200-mm-Objektiv.

Bild: Lorenz Andreas Fischer

Was verwendest du am häufigsten, und wie hilft dir dein Equipment dabei, deine Bildideen zu verwirklichen?
Bei Landschaftsaufnahmen ist die Bildqualität der D810 in Kombination mit den Profizooms schlichtweg überragend. Ein solches Bild wurde als Strassenplakat auf 6×4 Meter vergrössert! Selbst aus der Nähe ist die Qualität noch überzeugend, das hat mich überrascht. Oft setze ich mehrere Bilder aus der D810 zu Riesenbildern zusammen.
Bei meinen Tierfotografien verlasse ich mich seit je auf die überragenden ISO-Eigenschaften und die Geschwindigkeit der professionellen FX-Gehäuse; Nikon ist dort Vorreiter. Ich konnte viele Bilder umsetzen, die mit anderen Marken so nicht möglich gewesen wären. Auf die AF-Qualität der D5 bei wenig Licht bin ich extrem gespannt.

Du setzt Blitzlichtfotografie sehr kreativ in deinen Tierbildern ein. Kannst du uns mehr darüber erzählen?
Viele meiner geblitzten Tierbilder wurden an den grössten Natur-Fotowettbewerben prämiert. Die Blitze setze ich als Aufhellblitze ein, zumeist bei Sonnenaufgang bzw. -untergang oder in der Dämmerung. Bei völliger Dunkelheit blitze ich wenig. Besonders erfreulich ist der Zoom bis 200 mm beim SB910. Seit dieser Blitz auf dem Markt ist, verwende ich keinen Teleblitzvorsatz mehr. Je nach Bildidee blitze ich direkt auf dem Blitzschuh, um Augen aufleuchten zu lassen. Damit lassen sich interessante Effekte erzielen. Häufiger blitze ich jedoch entfesselt, das heisst möglich weit von der optischen Achse entfernt, um gerade dieses Aufleuchten der Augen zu vermeiden. Blitze sollte man mit Bedacht einsetzen, um die Augen der Tiere nicht zu schädigen.
Häufig blitze ich auch bei Pflanzenaufnahmen. Reduziertes Blitzlicht frischt den Gesamteindruck enorm auf, zwei Blitze je aus einem Winkel von 45 Grad reichen zumeist aus. Nur ein Blitz auf dem Blitzschuh ergäbe ein recht plattes, unschönes Licht. Softboxen helfen, den Blitz weicher zu machen.

Bild: Lorenz Andreas Fischer

Was ist dein nächstes grosses Projekt?
Im Moment besteht mein grösstes Projekt darin, mein gesamtes Archiv online zu stellen; im vergangenen Jahr hat das sehr viel Kapazität gebunden. Ich denke, dass ich diese Arbeit in drei Monaten mehrheitlich abgeschlossen habe. Parallel dazu arbeite ich an zwei Langzeitprojekten, die zwangsläufig hintanstehen mussten. Zu viel möchte ich darüber noch nicht berichten; immerhin so viel sei verraten: Es geht um Afrika und um die Alpen.
Gern würde ich überall dort fotografieren, wo es noch sehr viel Wildnis gibt und ich noch nicht hingekommen bin. Im Moment reizen mich besonders Gebiete mit grossen Haien.
Ich hoffe, meine Fotografien können dazu beitragen, die Schönheit und den Wert von Wildnis in die Welt hinauszutragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Menschen für unsere eigene physische und psychische Gesundheit wilde, naturbelassene Gebiete brauchen. Darüber hinaus haben solche Gebiete in meinen Augen diskussionslos von sich aus eine Daseinsberechtigung. Auch die Schweiz hätte dringend mehr Wildnis nötig.

Hast du abschliessend einen Rat für angehende Wildlife-Fotografen?
Das Metier ist extrem schwierig geworden, nur von reiner Wildlife-Fotografie kann heute (fast) niemand mehr leben. Es braucht den festen Willen und eine jahrelange Beharrlichkeit. Das Niveau ist in jeder Sparte extrem hoch, und der Markt ist komplett überschwemmt von exzellenten Bildern – auch von Amateuren. Es gibt fast keine Gegend, die noch nicht durchfotografiert ist. Ohne tief sitzende Leidenschaft wird man nicht Erfolg haben. Man muss versuchen, sich ein Netzwerk aufzubauen, und eine dicke Haut an den Tag legen. Unabdingbar sind der Wille und die Fähigkeit, die eigene Arbeit sehr kritisch zu hinterfragen und schrittweise auf eine neue Stufe zu heben. Ein eigenes, knackiges Projekt mit einem innovativen Ansatz kann helfen. Eine Selbstständigkeit sollte man sich sehr, sehr gut überlegen und sich klar sein, wie man die ersten Jahre finanziell überstehen kann.

Bild: Lorenz Andreas Fischer


Mehr von und über Nikon Ambassador Lorenz Andreas Fischer findet ihr auf seiner Website.

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