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Robert Bösch

Robert Bösch ist Geograf und Bergführer und seit 30 Jahren als freischaffender Berufsfotograf tätig. Neben Aufträgen aus Industrie, Werbung und Tourismus arbeitet er für Zeitschriften wie Stern, GEO, Spiegel oder Schweizer Illustrierte. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Bildbände. Der Nikon Ambassador erhielt 2009 den Eiger Special Award für sein langjähriges Schaffen im Bereich der Alpinfotografie. Als Alpinist führten ihn seine Reisen und Expeditionen auf alle sieben Kontinente, wo er an vielen bekannten und unbekannten Bergen unterwegs war. Für einen Auftrag als Fotograf und Kameramann bestieg er den Mount Everest. Er dokumentierte viele Unternehmungen von Ueli Steck in den Alpen und im Himalaya. In den letzten Jahren beschäftigte sich Robert Bösch intensiv und erfolgreich mit der Landschafts-Kunstfotografie: Seine Bilder wurden im In- und Ausland in verschiedenen Galerien und Museen ausgestellt.

Im Interview mit uns spricht er über den Druck bei Kampagnen-Shootings, seine Nikon-Ausrüstungsfavoriten und sein neuestes Buchprojekt, das bald erscheint.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Zur professionellen Fotografie bin ich über das Bergsteigen gekommen. Ich habe das Bergsteigen über viele Jahre intensiv, leistungsorientiert und suchtmässig betrieben. Auf Bergtouren habe ich dann fotografiert. Und das habe ich ausgebaut. Es dauerte allerdings viele Jahre, bis ich davon wirklich gut leben konnte. Bis dahin habe ich mein Einkommen als Bergführer verdient.

Wieso Outdoor- und Action-Fotografie und was fasziniert dich daran?

Aufgrund meiner Geschichte … Es ist eine Welt, die ich auch als Bergsteiger kenne. Spannend finde ich die Kombination von Action und Landschaft.

Was war die herausforderndste Situation als Fotograf?

Eigentlich ist es immer die jeweilige Aufgabe, mit der ich gerade beschäftigt bin.

Was ist in deiner Arbeit mit Athleten wichtig, was schwierig?

Ich denke, gegenseitiges Verständnis und Respekt sind wichtig – und wenn’s gefährlich wird, auch Vertrauen in die Entscheidungsfähigkeit des Gegenübers. Und auf beiden Seiten muss die volle Motivation vorhanden sein, sonst gelingt nie das Bestmögliche.

Bild: Robert Bösch

Du fotografierst in den letzten Jahren auch immer mehr Landschaften. Was reizt dich daran?
Für mich ist Fotografie die Kunst des „Bilder-Sehens“, aus den unendlichen Möglichkeiten ein bestimmtes Viereck herauszulösen. In der Landschaftsfotografie lässt sich nichts arrangieren – lassen wir die nachbessernden Photoshop-Aktionen mal weg, die interessieren mich nicht. Ich kann die Bilder nur mit meinem Auge beziehungsweise mit der Kamera entstehen lassen: mit dem Auge das spannende Viereck erkennen und mit der Kamera den Prozess des Weglasssens vollziehen. Wenn ich auf den Auslöser drücke, dann entsteht das Bild, weil die Kamera alles weglässt, was vorher und was nachher war, und sie lässt alles weg, was ausserhalb des gewählten Ausschnittes liegt.

Du hast für Mammut sehr aufwendige Kampagnen-Shootings durchgeführt. Wie kann man sich solche Produktionen vorstellen?
Als sehr aufwendig und eine grosse Teamarbeit: Agentur erdmannpeisker – Leute von Mammut – Bergführer – Fotograf. Bei jedem Motiv war die möglichst minutiöse Vorbereitung mit Planung, Testaufnahmen und Durchdenken aller Eventualitäten matchentscheidend. Der Druck ist immer sehr gross. Da möchte man möglichst wenig dem Zufall überlassen. Am liebsten eigentlich nichts. Aber das geht nicht, weil die Shootings immer draussen stattfinden und da muss man immer auch mit dem Unvorhergesehenen rechnen.

Wie kam es zu diesen Bildern?

Jedes dieser Kampagne-Bilder hat seine eigene Geschichte. Und jede ist lang und anders, aber alle hatten etwas gemeinsam: Irgendwann hatte ich bei jedem Sujet den Moment, wo ich dachte, das alles könnte vielleicht doch nicht realisiert werden.

Was zeichnet deine Fotografie aus?

Diese Frage müssen andere beantworten …

Bild: Robert Bösch

Was gehört alles zu deiner Fotoausrüstung?
Je nach Aufgabe und Situation stelle ich die Ausrüstung zusammen. So wenig wie möglich, so viel wie notwendig. In der konkreten Situation kostet es mich aber jedes Mal ziemliches Kopfzerbrechen. Ausser man arbeitet gleich neben dem Auto, dann kann man alles mitnehmen.

Wenn es um Geschwindigkeit wie zum Beispiel bei Action-Sportaufnahmen und Shootings aus dem Helikopter geht, verwende ich die Nikon D5. Ich bin äusserst begeistert vom neuen Autofokus und der ISO-Performance. Für Werbeshootings und Landschaftsaufnahmen verwende ich die Nikon D810, deren Dynamik für solche Projekte ausgezeichnet ist.

Wenn es leicht und kompakt sein soll (zum Beispiel beim Bergsteigen), setze ich lieber die Nikon D750 ein. Die Qualität hat mich völlig überzeugt und mit ein bis zwei Objektiven ist sie ideal für Bergtouren. Zusätzlich verwende ich D810, D5, D750, diverse Zoom-Objektive (von 14 mm bis 400 mm) und etliche Festbrennweiten. Die modernen digitalen Kameras haben die Fotografie revolutionär vereinfacht: präzise und sehr schneller Autofokus, ausgeklügelte Belichtungsmesssysteme und die Möglichkeit, das Bild sofort auf dem Display beurteilen zu können. Vor allem der letzte Punkt ist der entscheidende Unterschied zur analogen Fotografie.

Du hast schon viele Bücher publiziert. Was ist wichtig bei der Arbeit an einem Buchprojekt?
Am wichtigsten ist, dass du einen Verlag von deinem Projekt überzeugen kannst. Ein Buch zu produzieren bedeutet immer ein finanzielles Risiko. Wenn man dann aber am Buchprojekt arbeitet, darf einem keine Mühe zu gross sein. Mir geht es auf jeden Fall so. Ich will ja immer das beste Buch aller Zeiten machen. Das macht die Arbeit an einem Buch so befriedigend, aber auch so aufreibend.

Bild: Robert Bösch

Was ist dein nächstes grosses Projekt?
Mein nächstes grosses Fotoprojekt habe ich weitgehend schon abgeschlossen. „Aus den Bündner Bergen“ – dieser Landschafts-Kunstbildband hat mich zwei Jahre intensiv beschäftigt. Im Herbst erscheint das Buch im NZZ Verlag. Ich hoffe, dass mir Projekte, die mich wirklich faszinieren und motivieren, nie ausgehen.

Hast du abschliessend einen Rat für angehende Action- und Outdoor-Fotografen?

Eigentlich nein. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Ich denke, das ist entscheidend.

Bild: Robert Bösch


Mehr von und über Nikon Ambassador Robert Bösch findet ihr auf seiner Website.

 
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