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Freitag, 31. März 2017

Ami Vitale auf der Suche nach der Seele der Bilder

Die Fotojournalistin, Dokumentarfilmerin und Nikon-Botschafterin Ami Vitale hat mehr als 90 Länder bereist und über Gewalt und Konflikte berichtet. Gegenstand ihrer Reportagen sind spektakuläre Tier- und Umweltgeschichten.

Ami mit einem Nördlichen Breitmaulnashornbaby; Kenia. Bild: Ami Vitale

Ami arbeitet im Auftrag internationaler Zeitschriften wie «National Geographic», und ihre Bilder werden in Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt. In diesem exklusiven Beitrag verrät sie uns, warum sie sich diesen Themen widmet und inwieweit die 360- und 170-Grad-Fotografie dazu beitragen kann, ihre Anliegen dem Publikum noch näher zu bringen. 

Bereits als Teenager verspürte ich sobald ich eine Kamera in die Hand nahm das Bedürfnis, auf Entdeckungstour zu gehen und den Menschen etwas mitzuteilen. Die Kamera war für mich wie ein Reisepass und ein Werkzeug, um über wichtige Dinge zu berichten und Bewusstsein und Verständnis zu wecken.

Für mich ist Fotografie nicht bloss ein Abenteuer. Auch wenn ich spektakuläre Dinge zu sehen bekomme, geht es nicht einfach darum, exotische Orte zu entdecken. Sich in eine Geschichte hineinzudenken und das Vertrauen der Menschen zu gewinnen, braucht Zeit.

Pandababy in den Armen eines Mitarbeiters mit Pandakostüm in einem chinesischen Naturreservat. Bild: Ami Vitale, Nikon D4S, AF-S NIKKOR 24mm f/1.4, 1/250s, ISO 400

2013 fing ich an, mich für Pandabären zu interessieren. Nachdem ich mehrere Male nach China gereist war, wollte ich die Menschen dort kennen und die Welt der Pandas verstehen lernen. Diese Geschichte faszinierte mich. Es ist kaum zu glauben, aber diese Tiere waren einst so sagenumwoben und schwer fassbar wie Bigfoot. Obwohl es sie seit acht Millionen Jahren gibt, wurden sie erst im letzten Jahrhundert entdeckt. Das erste lebende Tier wurde erst 1936 gefangen.

Lange hielt man sie für ein Relikt der Urzeit, eine Spezies, die vor dem Aussterben steht. Aber jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer dank jahrelanger Forschung, die nun Früchte trägt. In einer Gegend, in der Umweltverschmutzung an der Tagesordnung ist, vollbringt China ein kleines Wunder: Pandabären werden in Gefangenschaft aufgezogen und später ausgewildert. Diesen enormen Anstrengungen ist es zu verdanken, dass der Pandabär vor Kurzem von der Liste der gefährdeten Tierarten gestrichen wurde.

Pandababy wird gewogen; Wolong-Naturreservat, China. Bild: Ami Vitale, Nikon D4S, AF-S NIKKOR 24mm f/2.8, 1/100s, ISO 1000

Als Fotografin war ich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert: Wie konnte ich die Aufmerksamkeit der Leser gewinnen und sie überraschen? Wer einen Panda sieht, erkennt ihn sofort, und jeder hat schon häufig Bilder von Pandabären gesehen.

Die 16-jährige Ye Ye im Nebel; Wolong-Naturreservat, China. Bild: Ami Vitale, Nikon D7100, AF-S DX NIKKOR 10-24mm f/3.5-4.5, 1/320s, f/4, ISO 2000

Zoos bezahlen Millionen für diese von China ausgeliehenen «Botschafter», denn sie sind sichere Publikumsmagnete. Aber die Pandas sind unglaublich scheu – deshalb benutzte ich meine Nikon D7100 mit ISO 2000, um Ye Ye in diesem dunklen, regnerischen Bambuswald zu fotografieren.

Nach nur einer Generation in Gefangenschaft vergessen sie all ihre natürlichen Instinkte. Pandas in Gefangenschaft müssen für das Leben in der Wildnis trainiert werden. Menschen sind die grösste Bedrohung für die Tiere. Ein Panda, der bald ausgewildert werden soll, darf nie einen Menschen zu Gesicht bekommen. Deshalb mussten alle Wärter, Forscher und sogar ich als Fotografin ein Pandakostüm tragen, um die Illusion aufrechtzuerhalten.

Das Potenzial von 360°- und 170°-Kameras

Früher machte ich traditionelle Aufnahmen und herkömmliche Filme, um die unglaubliche Geschichte der grossen Pandas zu erzählen, aber für meine Reportagen der nächsten Generation greife ich auf das ganze Potenzial der 360- und 170-Grad-Kameras zurück.

Neben meiner Nikon D4S habe ich die KeyMission 360 und KeyMission 170 in die Wildnis Nordkenias mitgenommen, um über die Situation der Nördlichen Breitmaulnashörner und das Leben ihrer Beschützer zu berichten.

Nördliche Breitmaulnashörner mit der lokalen indigenen Gemeinschaft; Kenia. Bild: Ami Vitale, Nikon D4S, AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8, 1/250s, ISO 400

Einst durchstreiften Tausende Nördliche Breitmaulnashörner Ost- und Zentralafrika. Heute – man kann es kaum glauben – gibt es nur noch drei lebende Exemplare dieser bulligen, sanften Kreaturen; sie stehen rund um die Uhr unter bewaffnetem Schutz. Das Horn von Nashörnern ist so wertvoll, dass es heute teurer als Gold gehandelt wird.

Den bedrohten Tierarten wurde grosse Beachtung geschenkt, aber über die Einheimischen, die sich im Kampf gegen die Wilderer engagieren, wird kaum ein Wort verloren. Dabei leisten sie einen entscheidenden Beitrag dazu, die grossartige Tierwelt Afrikas zu erhalten. Genau wie beim Panda sind die Menschen, die mit diesen Tieren leben, ihre besten Beschützer.

Seit sieben Jahren arbeite ich an dieser Geschichte; zuerst machte ich Fotos, dann Filme mit DSLR-Kameras von Nikon, und nun nutze ich die KeyMission-Kameras. In der traditionellen Fotografie schufen wir ein Betrachtungsobjekt. Mit der KeyMission 360 und der KeyMission 170 hingegen schaffen wir eine erlebbare Umgebung.

Was ich an den KeyMission-Kameras liebe, ist, dass man alles auf Bild festhalten kann. Früher zeigten Filmemacher unberührte Landschaften ohne Menschen, aber in Wirklichkeit ist die Natur überall, ebenso wie die Menschen. Früher hielten wir die Kameras so, dass die Menschen nicht auf den Bildern zu sehen waren, und präsentierten die Wildnis als etwas, das dem blossen Staunen diente. Heute sind nicht nur die fantastischen Wildtiere zu sehen, sondern auch die Menschen, die sich den Lebensraum mit ihnen teilen. Ich denke, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung ist – hin zu einer Welt, in der Menschen und wilde Tiere gemeinsam existieren können.

Dieses 360-Grad-Video am besten mit Chrome oder Firefox ansehen.

Die grösste Herausforderung bei dieser Art von Reportagen ist das extrem anspruchsvolle Gelände, das nichts für eine empfindliche Ausrüstung ist. Aber für meine ganze Nikon-Ausrüstung war dies nie ein Problem. Die Kameras halten einiges aus – nicht nur was die Bedienung angeht. Doch wie robust sind die kleinen Dinger wirklich? Wir hatten keinerlei Bedenken, sie direkt unter Elefanten zu schnallen, die auf dem Weg zum Wasserloch waren.

Ringo, das Nashornbaby – wohlgemerkt ein «Baby» mit einem Gewicht von über 200 Kilo –, ist gleich mehrmals auf sie losgegangen. Wir befestigten sie an Flugzeugflügeln und flogen damit im Tiefflug mit fast 200 Stundenkilometern. Wir montierten sie auf Land Rovers und fuhren durch Flussbetten, und auch das überlebten sie!

Nördliches Breitmaulnashorn; Kenia. Bild : Ami Vitale, Nikon D4S, AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8,1/250s, ISO 400

Diese kleinen Kameras erlauben uns, die ganze Geschichte zu sehen. Wir können mit ihnen die Welt aus der Perspektive jedes beliebigen Lebewesens erfahren. Nur mit Empathie können wir die Gefühle anderer verstehen und teilen; genau das machen diese Kameras möglich.

Die KeyMission 170 und das gesamte KeyMission-Sortiment werden dazu beitragen, das Filmemachen zu revolutionieren. Sie sind das ultimative Werkzeug, um Bewusstsein und Verständnis zu wecken, ein Instrument, das uns dabei hilft, Gemeinsamkeiten in einer Welt zu verstehen, die wir mit anderen teilen.

 
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