DIE NIKON Z-SERIE: DIE WICHTIGSTEN GRUNDEINSTELLUNGEN

Freitag, 06. September 2019

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Ihr habt euch eine Nikon Z 6 oder Z 7 zugelegt und möchtet gleich loslegen? Wir haben die wichtigsten Basiseinstellungen mit ein paar Tipps für euch zusammengefasst. Damit seid ihr in wenigen Minuten startklar.

Der Aufnahmemodus

Wenn ihr euch anfangs noch nicht ganz sicher seid, welche Belichtungseinstellungen am besten passen könnten, dann habt ihr die Möglichkeit, entweder mit der Vollautomatik oder mit der Programmautomatik „P“ zu starten. Im „P“-Modus stehen euch ein paar mehr Funktionen zur Verfügung, wie zum Beispiel der Weissabgleich und die Belichtungskorrektur. Noch mehr Eingriffsmöglichkeiten bieten die Halbautomatiken „S“ und „A“ und der vollständig manuelle Modus „M“.

In der Blendenautomatik „S“ stellt Ihr die Belichtungszeit manuell ein. Die Kamera wählt anschliessend automatisch die passende Blende. Sinnvoll ist der „S“-Modus, wenn es euch darauf ankommt, eine Bewegung festzuhalten. Wenn ihr eine schnelle Bewegung „einfrieren“ möchtet, wählt ihr eine möglichst kurze Belichtungszeit. Das kann zum Beispiel eine 1/1.000 Sekunde sein. Möchtet ihr die Bewegung dagegen fliessend darstellen, wie etwa Wasser in einem Bach oder fahrende Autos, dann empfehlen wir euch eine lange Belichtungszeit von einigen Sekunden.

In der Zeitautomatik „A“ wählt ihr die gewünschte Blendenöffnung manuell und überlasst die Belichtungszeit der Kamera. Dieser Modus ist hilfreich, wenn es euch darum geht, mit dem Schärfebereich im Bild zu spielen. Ein kleiner Blendenwert, wie etwa f/2,8 oder f/1,8 steht für eine grosse Blendenöffnung. Mit dieser Einstellung erreicht ihr eine sehr geringe Schärfentiefe. Ideal für die Porträtfotografie, wenn ihr eine Person von einem unscharfen Hintergrund absetzen möchtet. Eine geschlossenere Blendeöffnung und damit ein grösserer Blendenwert, wie zum Beispiel f/8 oder f/11, führt zu einer grossen Schärfentiefe. Ein grosser Blendenwert ist immer dann empfehlenswert, wenn ihr beispielsweise Landschaften fotografiert und dafür möglichst viel im Bild scharf abbilden möchtet. Die Kamera wählt die nötige Belichtungszeit im „A“-Modus automatisch.

Im vollständig manuellen Modus „M“ habt ihr alle Belichtungseinstellungen selbst in der Hand und könnt, je nach Motiv und Aufnahmesituation, selbst entscheiden, welche Werte ihr benötigt.


Bildqualität

Im Menüpunkt „Bildqualität“ stellt ihr ein, ob ihr eure Bilder im „JPEG“- oder im „RAW“-Format speichern möchtet. Bei einem RAW-Bild, das bei Nikon mit der Dateiendung „*.nef“ auf der Speicherkarte abgelegt wird, handelt es sich um ein Rohbild, das sämtliche vom Bildsensor aufgenommenen Daten enthält. Ihr habt also hinterher den maximalen Spielraum, um diverse Anpassungen von der Helligkeit, über die Farben und den Weissabglich bis hin zu Objektivkorrekturen vorzunehmen. Wer also seine Bilder umfassend bearbeiten möchte, sollte auf jeden Fall im RAW-Modus arbeiten.

Da RAW-Dateien recht gross ausfallen und daher viel Speicherplatz benötigen, gibt es ausserdem die Möglichkeit, die Bilder im JPEG-Format zu speichern. Bei JPEG-Dateien nimmt die Kamera vor dem Speichern eine Komprimierung vor. Dabei werden Bildinformationen entfernt, die für eine Standardbearbeitung des Bildes nicht unbedingt nötig sind. 

Das bedeutet, dass ihr zwar auch bei einem JPEG nachträgliche Bildkorrekturen vornehmen könnt. Wenn ihr aber zum Beispiel grosse Helligkeitsunterschiede ausgleichen möchtet, dann funktioniert das bei einem JPEG nur in begrenztem Masse. Dafür fallen die Dateigrössen aber auch deutlich kleiner aus. Das spart Platz auf der Speicherkarte. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Stärke der JPEG-Komprimierung einzustellen. Für die bestmögliche Bildqualität empfehlen wir euch „JPEG Fine“ oder sogar „JPEG Fine mit Sternchen“.

Bildgrösse

Unter Bildgrösse stellt ihr ein, ob ihr mit voller, oder reduzierter Sensorauflösung fotografieren möchtet. Unser Tipp: Wer die beste Bildqualität aus seinem Sensor herausholen möchte, sollte bei der maximalen Auflösung bleiben.

ISO-Empfindlichkeit

Für eine optimale Belichtung kann es je nach Umgebungslicht nötig sein, die ISO-Empfindlichkeit der Kamera anzupassen. Durch eine Steigerung des ISO-Wertes nach oben, wird das Signal des Lichts, das am Bildsensor eintrifft, verstärkt. Bei Tageslicht steht üblicherweise mehr als genug Licht zur Verfügung, um mit einer niedrigen Empfindlichkeit arbeiten zu können. Standardmässig wird hier meist ISO 100 verwendet. Bei Aufnahmen im Schatten kann dagegen schnell ISO 800 sinnvoll sein. In Innenräumen mit schwacher Beleuchtung kommt man bei Aufnahmen aus der Hand oft an ISO 3.200 und 6.400 nicht vorbei.

Die Nikon Z 6 und die Nikon Z 7 erlauben darüber hinaus noch wesentlich höhere Empfindlichkeitsstufen. Die helfen, wenn es wirklich dunkel wird. Da durch eine künstliche Verstärkung des Signals am Sensor aber grundsätzlich auch das sogenannte Bildrauschen verstärkt wird, empfehlen wir für eine gute Qualität, wenn möglich, nur bis etwa ISO 6.400 zu gehen. Wer hier sichergehen möchte, kann sich der Vorteile der ISO-Automatik bedienen. Hier könnt ihr den gewünschten ISO-Bereich eingeben, in dem die Kamera maximal auf und ab gehen soll. Eine gute Grundeinstellung ist hier ISO 100-6.400.

Weissabgleich

Beim Weissabgleich habt ihr mehrere Möglichkeiten. Über vordefinierte Presets, wie „Direktes Sonnenlicht“, „Bewölkter Himmel“ und „Warmweisses Licht“, könnt ihr den Weissabgleich sehr schnell an eure Aufnahmesituation anpassen. Zusätzlich gibt es zwei Automatik-Modi. Bei der normalen Automatik, im Weissabgleichsmenü ganz einfach „Automatisch“ genannt, wählt die Kamera einen Kelvinwert zwischen 3.500 und 8.000 Kelvin. Dieser Spielraum reicht von Innenräumen, über Sonnenlicht bis hin zu Aufnahmen im Schatten. Der Weissabgleichsmodus „Auto-Tageslicht“ beschränkt sich dagegen auf 4.500-8.000 Kelvin. Diese Einstellung macht Sinn, wenn ihr ausschliesslich draussen fotografiert. Dadurch, dass der „Auto-Tageslicht“-Abgleich erst bei 4.500 Kelvin startet, vermeidet ihr eine versehentlich zu kühle Farbgebung.

Picture Control

Die „Picture Control“-Konfiguration ist eine schnelle Möglichkeit, um Farben und Kontraste auf unterschiedliche Aufnahmesituationen anzupassen. Ab Werk ist die Kamera auf „Standard“ eingestellt. Bei Porträt-Aufnahmen empfehlen wir, in die Einstellung „Porträt“ zu wechseln. Das sorgt für etwas natürlichere Hauttöne. Bei Naturaufnahmen verhilft der Modus „Landschaft“ zu kräftigeren Grün- und Blautönen. Selbstverständlich könnt ihr diese Wahl auch dem „Picture Control“-Automatikmodus überlassen.

Belichtungsmessung

Als Grundeinstellung empfehlen wir die „Matrixmessung“. Hier wird die Belichtung des gesamten Bildes gemessen und von der Kamera ausgewertet. Das wird in den meisten Fällen sehr gut passen.

Fokusmodus

Standardmässig ist der Einzelautofokus „AF-S“ aktiviert. Das bedeutet, dass die Kamera nur einmal scharfstellt, wenn ihr den Auslöser halb durchdrückt, oder die „AF-ON“-Taste betätigt. Das wird in den meisten Aufnahmesituationen die sinnvollste Einstellung sein. Ein Wechsel auf die kontinuierliche Schärfenachführung „AF-C“ ist dagegen hilfreich, wenn ihr ein bewegliches Ziel im Fokus halten möchtet.

AF-Messfeldsteuerung

Grundsätzlich empfehlen wir, bei ruhigen Motiven mit einem „Einzelfeld“ zu arbeiten. Das Einzelfeld könnt ihr über den „Sub-Wähler“ oder das Touchscreen-Display sehr bequem an die gewünschte Stelle setzen und dann gezielt dort fokussieren. Bei Motiven, die sich viel bewegen und bei denen die Richtung dieser Bewegung nur schwer vorhersehbar ist, macht es Sinn, auf die „Automatische Messfeldsteuerung“ zu wechseln. Hier gehen die Autofokusfelder automatisch mit und folgenden dem Objekt, solange es im Bild zu sehen ist.

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