DIE NIKON D810 IM EINSATZ FÜR EINE VERRÜCKTE WERBEKAMPAGNE

Mittwoch, 07. Dezember 2016

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Robert Bösch ist einer der bekanntesten Berg- und Outdoor-Fotografen weltweit und langjähriger Nikon Ambassador. In einer aufwendigen, internationalen Werbeproduktion hatte er die Möglichkeit, die Nikon D810 einzusetzen. Für Mammut inszenierte Bösch Bilder in den Schweizer Alpen, die für weltweites Aufsehen gesorgt haben. Robert Bösch berichtet uns über seine Erfahrungen.

Ein eindrücklich beleuchteter, nächtlicher Hörnligrat am Matterhorn, ein Alpenkaktus zusammengesetzt aus 28 senkrecht an einer Felsnadel hängenden Bergsteigern, skurrile Menschenskulpturen bestehend aus hunderten Alpinisten fotografiert in hochalpiner Umgebung – Robert Bösch inszenierte für Mammut Werbekampagnen schon viele beeindruckende Bilder, die enormen Koordinations- und Vorbereitungsaufwand erforderten.

Bild: Robert Bösch, «Nadel der Kleopatra», Nikon D800E, AF-S NIKKOR 35mm f/1.4, 1/1250 sek., f/3.5, ISO 250

Oft waren mehrere hundert Alpinisten involviert, die bei eisigen Temperaturen senkrecht in der Bergwand ausharrten, dirigiert und fotografiert von Bösch, der sich zeitweise sogar im Hubschrauber befand. Solche Shootings stellen für den Fotografen eine wahre Nervenprobe dar und er muss sich zu 100 % auf seine Ausrüstung verlassen können. Für das letzte Projekt der Kampagne am Matterhorn verwendete Bösch die Nikon D810 und berichtet hier über seine Erfahrungen.

Bild: Robert Bösch, Hörnligrat auf das Matterhorn, Nikon D810, AF-S NIKKOR 200mm f/2, 30sek., f/2.2, ISO 500

Robert Bösch, deine Bilder der Mammut Kampagnen verbreiteten sich im Internet rasend schnell und sind in Magazinen wie dem Stern View, Paris Match und Figaro abgedruckt worden. Du betreibst enormen Aufwand, um deine Ideen in die Realität umzusetzen. Was stellt die grösste fotografische Herausforderung dar?

Das ist von Motiv zu Motiv verschieden. Bei den meisten Motiven ist die Suche nach der geeigneten Location die grösste Schwierigkeit. Das ist in erster Linie meine Aufgabe. Ist diese gefunden, gilt es die konkrete Umsetzung minutiös zu planen. Und hier können die Schwierigkeiten völlig unterschiedlich sein. Bei einem Shooting mit zwei-, dreihundert Leuten ist die ganze Organisation des Anlasses eine riesige Herausforderung. Bei anderen Motiven, wie zum Beispiel beim Alpenkaktus oder beim X in der Eigernordwand, sind es alpintechnische Probleme, die man im Griff haben muss. Da sind dann vor allem die Bergführer gefordert.


Im neuesten Mammut Key Visual hast du die mit Lichtpunkten nachgezeichnete Route der Erstbesteiger entlang des Hörnligrats am Matterhorn aufgenommen. Kannst du uns etwas über dieses Projekt und die Herausforderungen erzählen?

Die grosse Frage war, was kann man am Matterhorn machen, das spektakulär ist, einen direkten Bezug zur Erstbegehung hat und in der Saison keinen zusätzlichen Rummel am Berg auslöst. Die Gesamtidee zu der Kampagne stammt von der Agentur Erdmannpeisker in Biel. Zusammen mit den Zermatter Bergführern entstand für dieses Bild die Idee, mit einer Lichterkette die Route der Erstbesteiger nachzuzeichnen. Wir haben das dann in der Nachsaison realisiert.


Welche fotografische Ausrüstung verwendest du für solche Shootings und welche Ansprüche stellst du an diese?

Die Ausrüstung gilt es an die Erfordernisse des jeweiligen Motivs anzupassen. Da gibt es nicht eine Standardlösung. Das Bild von den drei Skifahrern, die einen Backflip machen, erforderte eine völlig andere Ausrüstung als eine Aufnahme aus dem Helikopter oder eine Nachtaufnahme vom beleuchteten Hörnligrat am Matterhorn. Bei schnellen Sportaufnahmen wie dem Backflip bevorzuge ich die Nikon D4S, bei Aufnahmen wie der Aufnahme vom Hörnligrat ist die Nikon D810 die perfekte Wahl für mich.

Aber eines ist bei allen Motiven zwingend: Ich muss mich 200-prozentig auf das Kameramaterial verlassen können. Man stelle sich vor, ein halbes Jahr Vorbereitung – Locationsuche, Absprachen, Einrichten und Testen – und dann 300 Personen aus der ganzen Welt vor Ort: Da sollte die Kamera funktionieren und der Fotograf keinen Fehler machen. Bis jetzt hat mich meine Ausrüstung aber noch nie im Stich gelassen!


Wieso bevorzugst du die Nikon D810 gegenüber einer klassischen Mittelformatkamera, wenn es um Werbeaufnahmen geht?

Aufgrund ihrer Flexibilität bevorzuge ich bei solchen Projekten die Nikon D810. Schnelle Verschlusszeiten, gutes Rauschverhalten, rasche Bildfolgen und eine sehr gute Auflösung sind genau die Erfordernisse, die ich bei diesen Motiven brauche.


Welchen Personen würdest du eine Nikon D810 empfehlen?

Die Kamera ist sehr vielseitig. Ich würde sie jedem empfehlen – vom ambitionierten Landschaftsfotografen bis zum Werbeprofi. Ob Portrait-, Outdoor- oder Sportaufnahmen, mit der Nikon D810 ist man für alle Herausforderungen gewappnet. Für sehr schnelle Sportarten bevorzuge ich nach wie vor die Nikon D4S, für Outdoor und Bergsport nehme ich oft die Nikon D810 mit, da sie sehr handlich ist und die Bildqualität für sich spricht.

Robert Bösch

Mehr von und über Nikon Ambassador Robert Bösch findet ihr auf seiner Website.

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