Freitag, 02. Dezember 2016

Grundlagen der Fotografie – (3/6) Farbtemperatur & Weissabgleich

Das Licht hat in jeder Umgebung und bei den verschiedensten Beleuchtungsarten eine andere Farbtemperatur. Unsere Augen gleichen diese unterschiedlichen Werte zusammen mit dem Gehirn automatisch aus. Diesen automatischen Ausgleich macht auch unsere Kamera, mit dem Ziel, die Farben möglichst realistisch und ohne Farbstich abzubilden. Die Farbtemperatur wird in Kelvin angegeben.

Bei dem als Weissabgleich («WB» für White Balance) bezeichneten Vorgang wird der Kamera ein Beispiel gegeben, was unter den vorherrschenden Lichtbedingungen weiss ist. Um ein Motiv in den korrekten Farben aufzunehmen, ist die Wahl der Farbtemperatur wichtig. So können Fotos den natürlichen Seheindruck vermitteln und die Farben natürlich wiedergeben. Zudem kann man mit der Beeinflussung des Weissabgleichs auch die Wärme/Kälte eines Bildes verändern und somit einen gewissen Look vermitteln.

Im Gegensatz zum JPG Format kann beim RAW der Weissabgleich problemlos und ohne Qualitätseinbussen in einem RAW Konverter auch noch nachträglich korrigiert werden.

Ein «falscher» Weissabgleich wird auch gerne verwendet um dem Bild einen anderen Look zu geben. Eine weitere kreative Möglichkeit ist 2 verschiedene Lichtquellen zu mischen (z.B. Tageslicht und Kunstlicht).

Die meisten Kameras verfügen heute über einen sehr guten automatischen Weissabgleich, welcher schöne Ergebnisse erzielt. Im Studio müssen die Kelvinwerte der entsprechenden Blitze beachtet werden. Es gibt  verschiedene Methoden um einen Weissabgleich vorzunehmen.

Vollautomatischer Weissablgeich

Die Software sucht sich im Bild den hellsten Bereich und sieht ihn als Weiss an. Da diese Stellen nicht unbedingt Weiss sind, kann es zu ungewollten Farbstichen kommen. Bei Aufnahmen mit normaler Helligkeit funktioniert dies recht gut. Aber bei wenig Licht für eine Low-Key Aufnahme wird sich unweigerlich ein Farbstich einschleichen.
Der automatische Weissabgleich bei Digitalkameras funktioniert meistens hervorragend. Einfach gesagt wird von der Kamerasoftware nach dem Bereich des Bildes «gesucht», der am nächsten an Weiss kommt. Gibt es in diesem Bild kein Weiss, wird die hellste Stelle des Bildes herangezogen.

Halbautomatischer Weissabgleich

Hier wird eine in der Kamera abgespeicherte Lichtsituation ausgewählt. In Einsteiger-Spiegelreflexkameras sind oft kleine Sonnen, Wolken und andere Symbole abgebildet. So kann eingestellt werden, welche  Belichtungssituation gerade vorhanden ist. Probleme kann es geben wenn verschieden Lichtquellen vorhanden  sind also eine so genannte «Mischlicht-Situation» besteht.

Manueller Weissabgleich

Für das Erstellen des manuellen Weissabgleiches («PRE») reicht grundsätzlich eine Graukarte, welche die Kamera als Referenzwert nutzt. Wer mit RAW-Daten («NEF») fotografiert, kann das Foto einer Graukarte auch für die nachträgliche WB-Synchronisation am Computer nutzen – sofern alle Fotos bei gleichem Licht aufgenommen wurden.

Kleine Übersicht

• Sonnenlicht ca. 5500 Kelvin
• Kunstlicht Glühbirne ca. 2700 Kelvin
• Bewölkt ca. 5800 Kelvin
• Kunstlicht Leuchtstoffröhre ca. 4000 Kelvin

 
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