THE NEED FOR SPEED: MIT DER NIKON D5 AUF DEM PLATZ

Donnerstag, 05. September 2019

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Sportfotografen fangen aussergewöhnliche Momente im Spiel ein – sie müssen darüber hinaus auch konkurrenzfähig bleiben: Nämlich, wenn sie ihre Bilder so schnell wie möglich weiterschicken müssen. Wir haben drei Nikon-Profis getroffen, die uns erzählen, wie die Geschwindigkeit und die Workflow-Funktionen der D5 sie im Alltag unterstützen.

Joel Marklund

Joel Marklund ist Sportfotograf und Nikon Ambassador. Der Schwede kombiniert in seinen Bildern Fotojournalismus mit einem künstlerischen Auge – so gelingen ihm besondere Bilder, die ihn von der Konkurrenz abheben. Für Joel sind die grössten Vorteile der D5 ihre Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit. So kann er kreativer arbeiten: „Du empfindest die Kamera nie als Hindernis. Du kannst direkt umsetzen, was du dir vorstellst. Ich will nicht darüber nachdenken, was ich in der Hand halte. Ich will einfach nur das Foto machen, das ich mir vorstelle. Das macht die D5 möglich.“

Dabei ist es die Genauigkeit von Fokus und Geschwindigkeit, die wirklich zählt. „Für alle Sportarten ist der Autofokus entscheidend, ebenso wie die Geschwindigkeit der Kamera und wie sie bei schlechten Lichtverhältnissen funktioniert. Auf die D5 kann ich mich auch bei sehr hohen ISO-Werten verlassen. Ich fotografiere oft unter Wasser, wo mir nur die im Pool vorhandene Beleuchtung zur Verfügung steht. Die D5 hat die Grenzen der Low-Light-Fotografie noch einmal erweitert. Du kannst auch bei schlechten Lichtverhältnissen mit den idealen Blenden und Verschlusszeiten fotografieren. Perfekt in Kombination mit dem zuverlässigen Autofokus! Ich setze je nach Sportart verschiedene AF-Modi ein. In diesen schwierigen Situationen zeigt sich, was mit einer Kamera möglich ist. Sportfotografen gehen mit ihrem Equipment bis an die Grenzen!“

Nikon D5 + AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8G ED | 24mm | f/5.6 | 1/2.000 s | ISO 2.500 © Joel Marklund / Bildbyrån

Und Geschwindigkeit ist nicht nur bei der Aufnahme entscheidend, sie ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Workflows – das Bild von der Kamera zum Auftraggeber zu bringen. Und genau hier hat der Fotograf mit der D5 die Nase vorn. „Was für mich auch wirklich wichtig ist, ist die Netzwerkfähigkeit. Heute senden wir fast alles live von der Kamera an die Redakteure. Das wird für so ziemlich jede Veranstaltung immer wichtiger. So komme ich meist gar nicht mehr dazu, meine Bilder zu bearbeiten. Wir schicken alles direkt raus.“

Nikon D5 + AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8G ED | 24mm | f/4 | 1/1.600 s | ISO 2.500 © Matthias Hangst / Getty Images

Matthias Hangst

Für Matthias Hangst, Chef-Sportfotograf von Getty Images, ist die schnelle Bereitstellung von Bildern der entscheidende Faktor. „Bei der Arbeit für eine der grössten Fotoagenturen der Welt dreht sich alles um die Geschwindigkeit des Workflows. Wir müssen in Sekundenschnelle liefern. Es geht nicht darum, ob wir ein Bild in zehn Minuten herausschicken können – wir sprechen darüber, ob es in einer Minute oder sogar unter einer Minute geht. Konnektivität ist da der alles entscheidende Punkt für uns.“

Die einzigartige Sprachnotiz-Funktion der D5 ist essenziell für den Umgang der Agentur mit Bildern. „Voice Tagging und Konnektivität sind für uns von grösster Bedeutung. Im Workflow für Grossereignisse benötigt jedes einzelne Bild, das an unsere Redakteure geht, ein Voice-Tag, da sie oft mehrere Wettkämpfe parallel bearbeiten und wissen müssen, was in der Aufnahme zu sehen ist. Wenn du kein Voice-Tag mitschickst, ist das Bild schlicht unbrauchbar.“

Fotografen schätzen Kameras, die robust und langlebig sind. Für Matthias geht es darum, eine Kamera zu haben, die Tag für Tag liefert, von einem Extrem zum anderen. „Einige von uns reisen 100 oder 200 Tage im Jahr, durch alle Kontinente, durch alle Klimazonen. Ich erinnere mich an einen Tag bei den Olympischen Spielen von Pyeongchang mit -23°C und ein paar Wochen später landete ich in Doha bei 45°C oder 50°C. Das Einzige, was du wirklich brauchst, ist eine Kamera, die funktioniert. Das beste technische Einzelfeature hilft nicht, wenn die Kamera schlapp macht. Die D5 gibt es bereits seit drei Jahren und sie ist immer noch aktuell – länger als Modelle in der Vergangenheit. Alle meine D5 – ich habe ein paar davon – funktionieren einwandfrei und haben nach wie vor alle Funktionen, die ich brauche, um meine Aufträge zu erledigen.“

Die tägliche Arbeit von Matthias umfasst bis zu 100 Fussballspiele pro Saison sowie internationale Veranstaltungen wie Wimbledon oder die IAAF Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In modernen Fussballarenen ist das Licht enorm variabel – man hat in einem Spiel oft Sonne, Schatten und Kunstlicht. Mit der D5 kann Matthias sich auf alle Eventualitäten einstellen. "Ich kann leicht zwischen zwei völlig unterschiedlichen Einstellungen wechseln. Eine, die alle Grundeinstellungen wie ISO, Verschlusszeit usw. enthält, dann eine weitere, die auf Tageslicht eingestellt ist. Ich kann in Sekundenbruchteilen einfach umschalten, und das hilft enorm. Ich bin ein grosser Fan davon, die volle Kontrolle über meine Kamera zu haben, deshalb fotografiere ich auch zu 99% im Manuell-Modus, wähle also alles selbst. Von Zeit zu Zeit macht es aber Sinn, mit der ISO-Automatik zu arbeiten. So habe ich immer noch die Kontrolle über Verschlusszeit und Blende, aber Auto-ISO hilft mir, sofort in zwei völlig verschiedenen Situationen zu fotografieren."

Andy Hooper

Andy Hooper ist Chef-Sportfotograf für die Daily Mail und MailOnline in Grossbritannien und sechsmaliger Gewinner des Wettbewerbs Sports Photographer of the Year. Die Qualität des Bildes verschafft ihm den entscheidenden Vorsprung. „Du musst die beste Technologie nutzen, die du bekommen kannst. Auf die D5 kann ich mich einfach verlassen. Ihre Bildqualität ist sensationell. Unser Bildredakteur sieht täglich rund 10.000 Bilder, und allein von Grossveranstaltungen sind es oft 5.000 Sportbilder, die über seinen Schreibtisch gehen. Dabei müssen dann deine Fotos aus der Masse herausstechen. Wenn ich mit der D5 fotografiere, kann ich schon mal sicher sein, dass niemand ein technisch besseres Bild haben wird. Das ist ein schönes Gefühl. Es ist wie das Fahren des besten Autos: Du musst dir keine Sorgen machen.“

Auch für Andy ist der Workflow extrem wichtig. „Der Wert eines Bildes liegt im Timing, denn der Wert eines Bildes ändert sich schnell. Der Wert ist die Geschwindigkeit – je schneller, desto wertvoller. Darum liebe ich Nikon: Das System für Bildunterschriften in der Kamera ist besser als bei anderen Herstellern. Du kannst deine Bilder per Touchscreen beschriften. Das Voice-Tagging benutzen wir nicht. Weil ich meine Bilder direkt aus der Kamera übertrage, kann ich mit allen Agenturen konkurrieren. Das ist für unsere Webseiten entscheidend. Auf dem Schreibtisch in der Redaktion takten sie die Bilder ein – und das erste Bild ist das Bild, das verwendet wird. Für eine Nachrichten-Website, die andere Nachrichten-Websites schlagen will, ist die Geschwindigkeit, mit der du Bilder aufnimmst und auf die Seiten hochlädst, ein Riesenvorteil. Es kommt auf Sekunden an.“

Wie die anderen Profis hat auch Andy bei grossen Events keine Zeit für Bildbearbeitung, abgesehen von ein paar Optimierungen in der Kamera. „Ich benutze das Zuschneiden- und das D-Lighting-Werkzeug im Menü. Das ist das Tolle an der D5. Das kannst du mit anderen Kameras nicht machen. Ich schneide meine Bilder oft zu, um scheinbar näher an die Aktion ranzukommen. Oder ich will jemanden oder etwas aus dem Bild schneiden, um die Wirkung zu verbessern.“

Nikon D5 +AF-S NIKKOR 600mm f/4E FL ED VR | f/4 | 1/6.400 s | ISO 1.600 © Andy Hooper / Daily Mail

Alle Profis waren sich einig, was die D5 zur bevorzugten Kamera in der professionellen Sportfotografie macht: Es ist die Kamera, auf die man sich immer verlassen kann. Joel: „Sie hat einfach alles. Es ist die Mischung aus Top-Autofokus und hoher ISO. Sie ist einfach so zuverlässig, dass ich mir nie Sorgen machen muss, dass etwas nicht funktioniert.“ Andy ergänzt: „Die D5 ist ein perfektes Arbeitstier!“ Für Matthias erfüllt die D5 jede Anforderung, die er hat. „Es geht heute vor allem um Geschwindigkeit. In der Welt, in der ich arbeite, ist der Workflow entscheidend. Die Kamera liefert, der Fotograf liefert, und dann muss die Datei direkt weiter gehen. Die Bilder bewegen sich von A nach B nach C, in kurzer Zeit zu Redakteuren, Kunden, wohin auch immer. Es kommt auf jede Sekunde an. Bei der Fotografie dreht sich erstmal alles um Qualität, aber das beste Foto ist nichts wert, wenn es 24 Stunden lang in der Kamera versauert. Es muss sofort raus!“

Würden unsere drei Profis auf Spiegellos umsteigen? Noch nicht. Sie sehen einige Vorteile, aber es gibt noch kein Profi-Modell, das die hohen Anforderungen der Sportfotografie erfüllen kann. Joel betont: "Wir verlassen uns so sehr auf die Vernetzung der Kameras, wir brauchen einen Ethernet-Anschluss, wir brauchen WLAN. Die Kamera muss den unterschiedlichsten Bedingungen standhalten. Und der Autofokus der D5 ist den Spiegellosen im Moment auch noch überlegen."

Matthias stellt die Frage, wie es sich bei Spiegellos mit dem Handling verhält. Mit der richtigen ergonomischen Balance für Sportfotografen. „Man darf nicht vergessen, dass wir meist mit langen Brennweiten arbeiten. Wenn du im Moment eine spiegellose Kamera mit einem 600-mm-Objektiv bestückst, fühlt sich die ganze Balance falsch an. Selbst wenn es funktioniert, fühlt es sich nicht gut an. Das ist Teil unseres grossen Problems mit Kameras: Wir wollen nicht denken, wir wollen sie nur nutzen. Und ja, man kann sich daran gewöhnen – aber wie viel Zeit brauche ich dafür? Was ist das Ergebnis, wo ist der Nutzen? Wird mir dann ein Bild gelingen, das ich bisher nicht machen konnte? Nicht bei der Arbeit, die ich mache.“

Die Robustheit und der Sucher sind für Andy ein Anliegen. „Die Spiegellosen sind da noch nicht so weit, sie wirken nicht so robust. Und du brauchst eine robuste Kamera. Wenn man jeden Tag mit der Kamera unterwegs ist, sie hart benutzt, muss sie auch mal Schlägen und Stössen standhalten. Die D5 hält viele Stösse aus, während die Spiegellosen im Moment noch nicht so robust erscheinen. Und es gibt noch ein paar Probleme mit dem Blick durch den Sucher. Wenn man zum Beispiel Cricket fotografiert, schaut man lange Zeit durch den Sucher.“

Wir überlassen Andy das letzte Wort, warum die D5 die Kamera ist, die alle anderen in der Sportfotografie schlägt. „Es gibt kaum eine Art von Fotografie, bei der man so viel Konkurrenz hat wie beim Sport. Vielleicht Nachrichten, aber das Volumen im Sport ist viel grösser. Wenn dein Bild etwas besser ist, dann wird es gekauft. Im grossen Konkurrenzkampf musst du diesen Vorteil haben. Deshalb benutzen wir Nikon.“

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