Freitag, 30. September 2016

Perfekte Aufnahmequalität - (1/16) Checkliste

Martin Zurmühle erklärt in 16 Folgen wie man Bilder in „perfekter Qualität“ aufnimmt. Der gelernte Architekt betreibt ein Fotostudio und eine Fotoschule und verfügt über langjährige Erfahrung in der Weiterbildung von ambitionierten Fotografen. Ausserdem hat er mehrere preisgekrönte Lehrbücher u.a. zu speziellen Themen wie die Bildanalyse, die Bildbewertung und die Bildsprachen geschrieben.

Viele Bilder überzeugen durch ihre technische Qualität. Vor allem im Bereich der kommerziellen Fotografie werden vom Fotografen technisch perfekte Bilder erwartet. Je nach fotografischem Thema ist diese Aufgaben unterschiedlich schwierig zu lösen. Im Fotostudio mit der guten Kontrolle des Lichts ist es leichter, die Anforderungen zu erfüllen. Beim Fotografieren im Freien oder in Räumen liegt die Messlatte wesentlich höher.

Bild: Martin Zurmühle, Nikon D810, AF-S 24mm f/3.5, 1/90s, f/11, ISO 64

Betrachten wir diese Anforderungen an die Aufnahmetechnik anhand von Landschafts- und Architekturaufnahmen. Was müssen Sie tun, wenn Sie eine möglichst perfekte Aufnahmequalität erreichen möchten? Wir gehen davon aus, dass Sie mit einer DSLR- oder Systemkamera mit Wechselobjektiven fotografieren. Viele verschiedene Faktoren müssen für eine makellose Aufnahme berücksichtigt werden. Der Weg zur perfekten Aufnahmequalität ist so gleichzeitig auch ein Weg durch wichtige Bereiche der Aufnahme- und Kameratechnik. Schauen wir diese Punkte in einer Übersicht an:

  1. Kamera: Verwenden Sie eine Kamera mit einem grossen Sensor, einer hohen Auflösung und genügend grosser Pixel.
  2. Objektiv: Verwenden Sie ein hochwertiges Objektiv mit den besten Abbildungseigenschaften.
  3. Objektivschutzfilter: Entfernen Sie allfällige Objektivschutzfilter (jede zusätzliche Linse kann die Abbildungsqualität verschlechtern).
  4. Sonnenblende: Montieren Sie die Sonnenblende auf das Objektiv (zur Vermeidung von Streulichtern).
  5. Stativ: Montieren Sie die Kamera auf ein stabiles Stativ (zur Vermeidung von Verwackelungen und zur besseren Bildkomposition).
  6. Spiegelvorauslösung: Aktivieren Sie die Spiegelvorauslösung oder arbeiten Sie mit Live View (bei DSLR-Kameras zur Vermeidung der Vibrationen durch den Spiegelschlag).
  7. Fernauslösung: Lösen Sie die Aufnahme ohne Berührung der Kamera mit einem Fernauslöser (Kabel-, Infrarot- oder Funkfernauslöser) oder mit dem Selbstauslöser aus.
  8. Okularverschluss: Bei längeren Belichtungszeiten (ab 1 Sekunde) verschliessen Sie das Sucherokular oder decken Sie den Sucher ab (bei DSLR-Kameras zur Vermeidung von Lichteinlass über den optischen Sucher zum Sensor).
  9. Bildstabilisator: Schalten Sie einen allfällig vorhandenen Bildstabilisator aus (weil dieser manchmal bei Stativaufnahmen zu leichter Unschärfe wegen ungewollten Bewegungskorrekturen führen kann).
  10. Stürzende Linien:

Bild: Martin Zurmühle, Nikon D810, AF-S 35mm f/1.4, 1/6s, f/11, ISO 64

Wollen Sie beste Qualität, so müssen Sie nicht nur in eine hochwertige Ausrüstung investieren, sondern vor allem auch diesen anspruchsvollen Aufnahmeworkflow in jeder Aufnahmesituation sicher beherrschen. Sie werden für Ihren Aufwand aber belohnt! Eine perfekte Aufnahmequalität erlaubt es, die Aufnahmen sehr gross zu drucken und die Bilder überzeugen durch ein Höchstmass an Details und Brillanz.

Welchen Einfluss die Kamera auf die perfekte Aufnahmequaliät hat, beschreibt Martin Zurmühle in Teil 2 dieser Reihe.

Mehr von und über Martin Zurmühle findet ihr auf seiner Website.

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