Freitag, 09. Juni 2017

Perfekte Aufnahmequalität – (6/16) Stativ

Auch im Zeitalter der digitalen Fotografie hat ein stabiles Stativ noch immer eine grosse Bedeutung, wenn Sie Wert auf die beste Bildqualität legen. Ein Tischstativ sollte in jeder Fototasche Platz haben und immer mit dabei sein. Ein grosses und stabiles Stativ sollten Sie immer dann mitnehmen, wenn Sie mit schwierigen Lichtverhältnissen rechnen oder spezielle Effekte mit langen Belichtungszeiten erzielen wollen.

Stativ

Ein kleines und leichtes Tischstativ bietet viele Möglichkeiten, Bilder zu machen, die ohne Stativ nicht möglich sind. Sie können es auf einen vorhandenen Gegenstand stellen und so problemlos auch Selbstportraits mit dem Selbstauslöser machen. In Kirchen ermöglicht das Tischstativ Aufnahmen von Kirchendecken mit langen Belichtungszeiten. Auch Dämmerungs- und Nachtaufnahmen sind mit einem Tischstativ möglich.

Ein grosses und stabiles Stativ ist notwendig, wenn Sie Mehrfachaufnahmen von einem fixen Standort aus machen wollen. Sind diese Bilder dann pixelgenau gleich, können sie in der nachträglichen Bildbearbeitung sehr schnell und einfach zusammengebaut werden. Möchten Sie bei Landschaftsaufnahmen eine perfekte Aufnahmequalität erreichen, dann arbeiten Sie ebenfalls mit einem soliden Stativ. So erhalten Sie verwackelungsfreie Aufnahmen. Zudem können Sie mit tiefen ISO-Werten und kleinen Blendenöffnungen arbeiten und so rauscharme Bilder mit einer grossen Schärfentiefe erzielen. Auch sehr lange Belichtungszeiten sind dann kein Problem mehr.


Die Hauptstärken kann ein Stativ aber bei Langzeitbelichtungen in der Dämmerung und bei Nachtaufnahmen ausspielen. Auch bei Aufnahmen von Wasserfällen und schnell fliessenden Bächen und Flüssen können Sie auf ein gutes Stativ nicht verzichten, wenn Sie das Wasser schön sanft und weich wiedergeben wollen. Bei Langzeit-Aufnahmen empfiehlt es sich, zusätzlich einen Fernauslöser einzusetzen.


Bei windigen Verhältnissen ist es ratsam, ein Gewicht (z.B. die Kameratasche oder ein Sandsack) an das Stativ zu hängen und so seine Stabilität zu verbessern. Alternativ dazu können Sie die Kamera und das Stativ auch mit Ihrem Körper gegen den Wind abschirmen.

Stativkopf

Das Stativ gibt der Kamera die notwendige Stabilität während der Aufnahme. Der Stativkopf ermöglicht die Bewegung und Fixierung der Kamera auf dem Stativ. Kugelköpfe sind einfach und schnell zu bedienen und eignen sich deshalb gut für Tier- und Sportaufnahmen. Die höchste Präzision bieten Dreiachsenmodelle, bei denen jede Achse mit Drehknöpfen präzise eingestellt wird. Sie eignen sich besonders für Architekturaufnahmen. Schnellwechselplatten sind bequemer und flexibler als fixe Schraubbefestigungen.

Stativköpfe und Stative können in der Regel frei kombiniert werden. Allerdings sollten Sie keinen grossen und schweren Stativkopf auf ein leichtes Stativ montieren. Das macht wenig Sinn.

Weitere Stative

Für Sport- und Tieraufnahmen ist das Dreibeinstativ oft zu unhandlich. Hier setzen Sie besser ein Einbeinstativ mit einem speziellen Stativkopf ein. Mit einem zusätzlichen Dreibeinansatz kann das Einbeinstativ noch weiter stabilisiert werden.

Es gibt noch viele weitere Stative, die für spezielle Einsatzzwecke gebaut sind:

•    Stative zum Fixieren der Kamera an der Autoscheibe
•    besonders schwere Stative für starke Teleobjektive
•    Stative und Stativköpfe für Panoramaaufnahmen
•    Stative für Studioblitzgeräte


Einsatz des Stativs

Zwei Details sollten Sie bei der Wahl des Stativs beachten. Die Stativbeine sollten variable Fussspitzen haben. Im Freien halten die Füsse mit ausgefahrenen Dornen sehr gut. In Innenräumen würden die Metallspitzen aber den Boden zerkratzen, sodass diese eingefahren und durch die Gummifüsse ersetzt werden müssen.

Ein zweites, wichtiges Detail sind Schnellwechselplatten. Sie können damit die Kamera mit einem Handgriff vom Stativ lösen. Vor allem wenn Sie mit mehreren Kameras arbeiten, ist das eine sehr praktische Sache. Achten Sie aber darauf, dass die Schnellwechselplatte wirklich fest mit dem Stativkopf verbunden ist, sonst riskieren Sie verwackelte Aufnahmen oder die Kamera kann sich beim Transport vom Stativkopf lösen und auf den Boden fallen.

Achten Sie beim Einsatz des Stativs auch auf den Untergrund. Auf einer wackligen Brücke oder im weichen Sand werden Sie auch mit einem Stativ keine perfekt scharfen Aufnahmen erhalten. Vor allem bei Langzeitaufnahmen (wie bei diesem Meeresbild mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden) spielt ein stabiles Stativ auf ruhigem Untergrund eine zentrale Rolle, wenn Sie die bestmögliche Detailschärfe erhalten möchten.

Foto: Martin Zurmühle, Nikon D800E, 35mm, 30s, f/8, ISO -100

 
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