PERFEKTE AUFNAHMEQUALITÄT – (7/16) SPIEGELVORAUSLÖSUNG

Donnerstag, 19. April 2018

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Der Spiegelschlag bei DSLR-Kameras kann das ganze Aufnahmesystem in Schwingungen versetzen. Wie stark diese Schwingungen in Erscheinung treten, hängt von der Optik und der eingestellten Belichtungszeit ab. Starke Verwackelungen erhalten Sie, wenn Sie zum Beispiel bei einem Tele Zoom wie dem AF-S NIKKOR 70-200 mm f/2.8 die Stativschelle des Objektiv für den Stativanschluss verwenden. Schalten Sie dann immer die Spiegelvorauslösung ein.

Bei Nikon DSLR-Kameras haben Sie drei Möglichkeiten, den Spiegelschlag zu vermeiden:

1.    Aufnahmebetriebsart Mup
2.    Individualkonfiguration Spiegelvorauslösung
3.    Live-View-Modus

Aufnahmebetriebsart Mup

Diese Aufnahmebetriebsart ist sinnvoll, wenn selbst minimalste Vibrationen zu einem Verwackeln der Aufnahme führen können. Bei ersten vollständigen Druck auf den Auslöser wird der Spiegel hochgeschlagen (und der Sucher deshalb schwarz). Beim zweiten vollständigen Druck auf den Auslöser wird der Verschluss geöffnet und die Aufnahme belichtet. Ich verwende diese Möglichkeit sehr selten, weil sie durch das zweimalige Drücken des Auslösers schwerfälliger in der Bedienung ist und das Herunterdrücken des Auslösers ebenfalls ein Verwackeln provozieren kann. Es empfiehlt sich daher, diese Technik in Kombination mit einem Fernauslöser zu nutzen um ein Berühren der Kamera gänzlich zu vermeiden.

Individualkonfiguration Spiegelvorauslösung

Durch das Aktivieren dieser Funktion wird nach dem Hochschlagen des Spiegels eine wählbare Zeit (1, 2 oder 3 Sekunden) gewartet, bis der Verschluss sich öffnet und die Aufnahme belichtet wird. Für das Ausklingen der Vibrationen des Spiegelschlags reicht 1 Sekunde Wartezeit aus. Beim Blitzen mit mobilen Studioblitzanlagen verwende ich diese Funktion (mit Verzögerungszeit von 3 Sekunden) aber oft in Kombination mit Belichtungsreihen (BKT) zum Verzögern der Aufnahme. Dadurch erhält der Blitz genügend Zeit zum Laden.

Da diese Funktion oft gebraucht wird, könnten Sie sie in das Verzeichnis "Mein Menü" (resp. „Benutzerdefiniertes Menü“) ablegen. So finden Sie die Funktion bei Bedarf sehr einfach und schnell. Vergessen Sie nicht, die Funktion nach getaner Arbeit wieder zu deaktivieren. Ansonsten könnte es sein, dass sie bei der nächsten Aufnahme den entscheidenden Moment durch die dann ungewollte Auslöseverzögerung verpassen!

Live-View-Modus

Der Live-View-Modus eignet sich ausgezeichnet für Stativaufnahmen. Da der Spiegel für diesen Modus hochgeklappt wird, müssen Sie sich wegen des Spiegelschlags keine Sorgen mehr machen. Zudem lässt sich am Kameramonitor der Bildausschnitt sehr gut gestalten und die Präzision der Fokussierung sehr gut kontrollieren. Auch hier empfiehlt es sich, vorallem bei längeren Verschlusszeiten, einen Fernauslöser einzusetzen.

Der Spiegelschlag hat bei dieser Stativaufnahme mit einem Zoomobjektiv AF-S NIKKOR 70-200 mm zu starker Verwackelungen geführt.

Als ich den Fehler bemerkte und die Spiegelvorauslösung einschaltete, erhielt ich bei den gleichen Aufnahmebedingungen perfekt scharfe Bilder.

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