Donnerstag, 28. Dezember 2017

Porträtfotografie - Was macht ein gutes Portrait aus? (3/6)

Diese Frage beschäftigt wohl jeden der Menschen fotografiert. Immer auf der Suche nach dem perfekten Portraitbild, merkt man schnell, dass es viel mehr braucht als nur auf den Auslöser zu drücken.

Doch was sind die „Zauberformeln" für ein perfektes Portraitbild? People Fotograf Peter Sturn erklärt worauf es ankommt.

Emotionen

Zeige echte Emotionen der fotografierten Person. Wenn sich die Person nicht wohlfühlt erkennt man dies ganz schnell in den Augen. Gehe freundschaftlich mit dem Model um. Versetze dich in dein Gegenüber und achte immer darauf, dass sich die Person wohl fühlt. Nimm dir Zeit beim Vorgespräch um sie besser kennen zu lernen und somit mehr gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Je besser ihr euch kennt, desto einfacher ist es für dich emotionale Bilder zu erhalten. Damit du echte Gefühle auf den Bildern hast, versuche deinem Model eine Geschichte zu erzählen die sie in die Stimmung hineinversetzt. Beispiel gefällig? Wenn du sagst schau traurig, dann wirst du in den meisten Fällen nicht viel Emotionen erhalten die echt sind. Wenn du aber sagst „Denke an etwas das dich in deinem Leben traurig gemacht hat“ und du 1-2 Minuten wartest, dann wirst du den Unterschied sehen.

Schnitt

Meistens sind Bilder in denen das Hauptmotiv mittig platziert wird langweilig. Ausser es geht um ein Beautybild. In der Regel ist der goldene Schnitt perfekt um spannende Bilder zu produzieren. Traue dich auch wirklich mal bewusst den Kopf anzuschneiden, damit die Augen mehr nach oben wandern. Schau dir mal einige Covermagazine an. Du wirst erstaunt sein, wie oft der Kopf angeschnitten wird. Oder versuche das Gegenteil und lasse bewusst auf einer Seite des Bildes viel Luft. Dies kann auch Spannung erzeugen. Du solltest mit dem Schnitt schon beim Fotografieren arbeiten und nicht zu Hause am PC bei der Bildbearbeitung.

Foto: Peter Sturn

Blickwinkel

Mit dem richtigen Blickwinkel kannst du ein Gesicht schöner machen oder das Gegenteil bewirken. Versuch beim nächsten Shooting mal genau auf Augenhöhe und dann etwas höher zu fotografieren. Vergleiche die Fotos und du wirst sehen, dass bei fast allen Menschen das Bild schöner wirkt, wenn es ganz leicht von oben fotografiert wird. Wenn du den Winkel als extreme Bildwirkung verwenden möchtest, kannst du von weiter unten eine Person mächtiger erscheinen lassen. Von oben herab bewirkst du genau das Gegenteil. Bei Ganzkörperfotos ist es von Vorteil, wenn du in die Knie gehst. Dank dieser Perspektive wirken die Beine länger Vergiss nicht, auch bei Kindern auf deren Augenhöhe zu gehen.

Foto: Peter Sturn

Brennweite

Die Kamera ist wichtig in Bezug auf Bildinformationen, Rauschverhalten, Schnelligkeit, etc. Mindestens so wichtig sind aber die entsprechenden Objektive. Mit der richtigen Brennweite und dem Abstand zum Model kannst du einem Gesicht schmeicheln oder es schlecht wirken lassen. Perfekte Brennweiten (FX-Format) sind zwischen ca. 80 -120mm. Wenn du bei einem Closeup zu weitwinklig arbeitest wirkt das Gesicht zu breit, und bei einem starken Tele zu flach. Vergleiche beim nächsten Shooting mal die jeweiligen Wirkungen.

Licht

Das Licht ist eigentlich das Wichtigste in der Fotografie. Ohne Licht geht nichts. Unterschätze also nie die Macht des Lichtes. Je grösser und näher die Lichtquelle, desto weicher wirkt das Licht. Wenn du das schon mal weisst, kannst du mit dem Licht auch deine Nachbearbeitung der Haut steuern. Je grösser die Lichtquelle desto einfacher ist die Lichtsteuerung. Ein Beautybild ist schön wenn es gleichmässig ausgeleuchtet ist. Ansonsten wirkt ein Helligkeitsverlauf in einem Bild meist spannender. Versuche jeweils, deine aber auch die Position des Models zu variieren, damit du das passendste Licht findest.

Foto: Peter Sturn

Der wichtigste aller Punkte ist - Fotografiere so oft du kannst. Je mehr du fotografierst, desto besser wirst du. 

 
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