FEATURES IN DER PRAXIS: AUGEN-AF FÜR HUNDE UND KATZEN

Mittwoch, 19. Mai 2021

Als Tierfreunde habt ihr bestimmt schon einmal versucht, Hunde und Katzen in Bewegung zu fotografieren. Das ist gar nicht so einfach, weil Tiere sehr spontan reagieren und beim Spielen und Toben auch schnell die Richtung ändern. Solche Richtungswechsel sind für den Fotografen nur schwer vorhersehbar und so war es bislang recht schwierig, mit der Kamera den Fokus nachzuführen. Das gilt auch für Porträts der Tiere, also wenn der Hund oder die Katze vergleichsweise ruhig sitzen oder liegen und ihr mit offener Blende einen schönen Freistell-Effekt vor unscharfem Hintergrund aufnehmen möchtet. Dann können, durch die geringe Tiefenschärfe, selbst kleine Bewegungen des Kopfes dem herkömmlichen Autofokus Probleme bereiten. Aus diesem Grund haben wir unsere spiegellosen Z-Kameras mit einem speziellen Tiererkennungs-Autofokus ausgestattet, mit dessen Hilfe die Gesichter und die Augen von Hunden und Katzen automatisch erkannt und scharfgestellt werden. In der neueren Z-Generation mit der Z 6II, der Z 7II und der Z 5 ist der Tiererkennungs-AF von Beginn an mit an Bord. Für die älteren Modelle Z 6 und Z 7 haben wir die Funktion mit dem Firmware-Update 3.00 nachgerüstet. Für die Z 50 ist die Funktion seit dem Firmware-Update 2.00 verfügbar.

Zwei Wege zur Tiererkennung

Um den Tiererkennungs-Autofokus in eurer Kamera verwenden zu können, ist es notwendig, die Funktion vorab zu aktivieren. Dabei gibt es Unterschiede in der neuen und in der älteren Z-Generation. In der Z 6II und der Z 7II startet ihr die Funktion zum Beispiel über die Autofokus-Messfeldsteuerung, die sehr schnell über die Info-Taste erreichbar ist. Wenn ihr hier die AF-Messfeldsteuerung auf „Wide-Area AF (L-Animals)“ einstellt, sucht der Autofokus im grösstmöglichen Fokusbereich der Kamera nach Gesichtern von Hunden und Katzen und stellt automatisch darauf scharf. 

Als zweite Möglichkeit könnt ihr die Messfeldsteuerung auf „Auto-Area AF (Animals)“ setzen. Auch hier werden die Gesichter von Hunden und Katzen erkannt. Dabei entscheidet die Kamera automatisch, welche der verschiedenen Messfeldoptionen am besten zur Aufnahmeszene passt. Diese Einstellung eignet sich daher ideal für Situationen, in denen es schnell gehen soll. Sollten mehrere Hunde und/oder Katzen im Bild gefunden werden, erscheint neben dem Autofokusfeld ein Pfeil, der nach links oder nach rechts zeigt. In diesem Fall könnt ihr über das Tastenkreuz eurer Kamera wählen, ob ihr auf das Gesicht oder die Augen eines anderen Tieres wechseln möchtet.

Bei der Z 6 und der Z 7 ist die Vorgehensweise, nach der Installation des zuvor genannten Firmware-Update, etwas anders. Hier schaltet ihr in den Individualfunktionen des Kameramenüs über den Unterpunkt „a4 Gesichts- und Augenerkennung“ die „Tiererkennung“ ein. Danach öffnet ihr die AF-Messfeldsteuerung und wählt dort die „Automatische Messfeldsteuerung“.

So gelingen euch eindrucksvolle Tieraufnahmen

Neben der Aktivierung des Tiererkennungs-AF gibt es noch ein paar weitere Einstell-Tipps, die wir euch für Tieraufnahmen mit auf den Weg geben möchten. Damit das Fokusfeld der Tiererkennung bei Bewegungen des Tieres automatisch mitgeht, ist es hilfreich, den AF-Modus auf „AF-C“ und damit auf eine kontinuierliche Fokusnachführung einzustellen. Wenn ihr mit einer offenen Blende fotografieren möchtet, um den Hund oder die Katze besser freizustellen, dann empfehlen wir euch, den Belichtungsmodus auf die Blendenpriorität „A“ zu setzen. So könnt ihr die Blende selbst festlegen, während die Kamera die passende Belichtungszeit automatisch wählt. Da ihr bei schnellen Bewegungen der Tiere eine möglichst kurze Belichtungszeit benötigt, habt ihr die Möglichkeit, der Kamera im Menü für die ISO-Empfindlichkeit vorzugeben, dass nicht nur die ISO-Empfindlichkeit automatisch gewählt werden soll, sondern auch die Verschlusszeit nicht länger als eine von euch festgelegte Verschlusszeit ausfallen soll. Hier könnt ihr also zum Beispiel einstellen, dass die Bilder mindestens mit einer 1/500 Sekunde oder eine 1/1000 Sekunde aufgenommen werden sollen. So vermeidet ihr Bewegungsunschärfe durch zu lange Belichtungszeiten.

Als Alternative könnt ihr auch im manuellen Belichtungsmodus „M“ arbeiten. Hier legt ihr neben der Blende auch die Verschlusszeit selber fest. In dem Fall empfehlen wir euch, die ISO-Empfindlichkeit auf Automatik zu stellen, damit die Kamera schnell auf unterschiedliche Lichtsituationen reagieren kann. Damit ihr schnelle Bewegungsabläufe aufnehmen könnt, sollte zudem die Serienbildfunktion der Kamera eingeschaltet sein. Möchtet ihr eure Tieraufnahmen im Nachhinein ausgiebig bearbeiten, empfehlen wir ausserdem die Aufnahme im RAW-Format.

Einstellungen für Tieraufnahmen speichern

Damit ihr eure Kamera nicht ständig neu einstellen müsst, wenn ihr Hunde und Katzen fotografieren möchtet, könnt ihr die zuvor genannten Einstellungen auch speichern und auf einen der individuell einstellbaren Belichtungsmodi U1, U2 oder U3 legen. Diese drei individuellen Modi sind direkt über das Modusrad erreichbar. Möchtet ihr also zum Beispiel schnell für Tier-Schnappschüsse in die Tiererkennung wechseln, braucht ihr das Modusrad nur auf den entsprechenden U-Modus umlegen und schon sind alle vorher dort gespeicherten Einstellungen für Tieraufnahmen sofort wieder verfügbar.

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