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Dionys Moser

Dionys Moser, 1961 geboren, studierte Naturwissenschaften (Schwerpunkt Geografie und Biologie) an der Universität Zürich sowie Geologie und Mineralogie an der ETH. Seit 1982 lässt ihn die Faszination für Wüsten nicht mehr los: Über acht Jahre verbrachte er in den Wüstengebieten in Amerika, Afrika und Asien, davon über fünf Jahre in der Weissen Wüste in Ägypten und zweieinhalb Jahre in der Namib in Namibia. Er war beteiligt an der Schaffung des Nationalparks Weisse Wüste und arbeitet heute als Reiseorganisator (Fotoreisen.ch) und -fotograf mit Fokus auf Landschafts-, Tier- und Nordlichtfotografie.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Als ich vier war, hat mir mein Vater eine einfache Kamera geschenkt. Die hatte genau zwei Blenden: eine für Sonnenschein und eine für Bewölkung. Die Rollfilme und die Bilder haben wir anfangs selber im dunklen Badezimmer entwickelt. Die Faszination, dass ein Bild auf einem weissen Papier im «Wasserbecken» entsteht, hat mich damals gepackt.


Wieso Reisefotografie und was fasziniert dich daran, immer auf der Achse zu sein?
Ja, ich habe immer einen extrem langen Arbeitsweg, das stimmt! Als Geograf und Biologe fasziniert mich die Welt nicht erst seit meinem Studium. Schon als Bub war ich in unseren Wäldern täglich auf Erkundungstour, und als ich mit vierzehn genügend Geld zur Verfügung hatte, kaufte ich mir meine erste Spiegelreflexkamera, und das Reisevirus hat mich gepackt. Es gibt immer noch viele unbekannte Plätze auf unserer so tollen Erde! Auch wenn ich ab und zu wieder die gleichen Gegenden bereise, finde ich doch jedes Mal neue und hochinteressante Dinge. Diese dann fotografisch festzuhalten und zu dokumentieren, ist eine grosse Leidenschaft. Dabei sind es nicht nur Landschaften – auch Kleinsttiere, Pflanzen und ebenso die Menschen eines Gebiets bieten ein riesiges Potenzial an traumhaften Sujets. Ich bin aber auch immer auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem. So habe ich vor über dreissig Jahren die Weisse Wüste in Ägypten als einer der Ersten fotografisch erkundet und bereits 1992 die erste Fotoreise dorthin angeboten. Bei den Polarlichtern war ich in Skandinavien der Pionier für Fotoreisen zum Polarlicht. Mein Ziel ist es, nicht mit dem Mainstream zu schwimmen, sondern immer wieder etwas Neues anzubieten.

Bild: Dionys Moser

Du warst der erste Anbieter der Reisen nach Norwegen zu den Polarlichtern. Was fasziniert dich nach zehn Jahren Fotografie dort nach wie vor an den Lichtern?
Wir haben auf unserer Erde das Sonnenlicht als Lichtquelle, und unsere Augen, also unser Sehsinn, sind darauf ausgerichtet. Die allermeisten Menschen kennen nur die Sonne  als natürliche Lichtquelle. Wer einmal ein Polarlicht gesehen hat, dem bleibt dieses Licht ein Leben lang unvergesslich; egal, ob es ein starkes oder ein schwaches Polarlicht war. Mit über einem Jahr Gesamtaufenthaltsdauer während der letzten zehn Jahre habe ich im hohen Norden eine traumhafte Zeit verbringen dürfen. Die Lichterscheinungen waren unbeschreiblich – wir kennen in unseren Breitengraden ja auch keine speziellen Ausdrücke dafür. Diese unglaublich dynamischen Lichtexplosionen in starken Farben und Formen am nächtlichen Himmel faszinieren mich immer noch. Es ist eines der ganz grossen Naturwunder, und darum empfehle ich jedem Menschen, einmal im Leben das Polarlicht zu sehen.


Was war die herausforderndste Situation als Fotograf?
Wenn es beim Boarding heisst, der Rucksack sei zu schwer und «Sie dürfen nur ein Handgepäck mitnehmen» … aber das heisst es mittlerweile fast immer – leider! Die Fluggesellschaften profitieren von der Werbung durch unsere Bilder, die Leute werden animiert, diese Destination zu bereisen – doch kulant gegenüber den Fotografen mit ihrem Gepäck sind die wenigsten Fluglinien. Da muss man viel erklären und jammern, bis es dennoch geht.


Du hast so viele Länder bereist, welches ist deine Lieblingsdestination?

Ein Lieblingsland habe ich nicht – vielleicht die Schweiz, da bin ich nämlich am wenigsten! Früher war es Afrika, mittlerweile sind die Länder Südamerikas, die Arktis und die Subantarktis und ganz neu China meine neuen Lieblingsdestinationen.

Bild: Dionys Moser

Wie kommst du zu neuen Destinationen und wie bereites du dich auf neue Reisen vor?
Viele Ideen trage ich noch aus der Studienzeit mit mir herum. Das Internet ermöglicht es aber auch, Dinge zu finden, von denen man bisher noch sehr wenig wusste. Und es kommen Leute aus der ganzen Welt auf mich zu und zeigen ihre Entdeckungen und stellen mir ihr Spezialwissen zur Verfügung. So entstehen mittlerweile auch Zusammenarbeiten mit international bekannten Fotografen. Solche Reisen sind dann auch für mich ein ganz grosses Highlight!


Was zeichnet deine Fotografie aus?

Ich fotografiere nach wie vor sehr dokumentarisch. Der eigentliche Kunstaspekt ist mir nicht immer im Vordergrund. Das Objekt soll in der Art, wie es in dem Moment ist und sich präsentiert, seine Wirkung zeigen können. Klar, der Sichtwinkel entscheidet. Nicht immer aber ist es möglich, den besten Platz zu finden. Darum gibt es ja auch den Ansporn, immer ein noch besseres Bild machen zu wollen, auch beim x-ten Besuch in einer Gegend.


Was gehört alles zu deiner Foto-Ausrüstung?
Das Schlimmste, was einem Handwerker passieren kann, ist, dass sein Werkzeug nichts taugt und er sich bei der Arbeit nicht darauf verlassen kann. Und an meinen Destinationen hatte ich schon Temperaturen von +70 °C und –43 °C … Doch durch Schaden wird man klug! Seit 1990 fotografiere ich mit Nikon, dabei sind immer die gleichen Kameras und Objektive im Einsatz – die sind wirklich robust und ausgereift. Ob im Regenwald, am Meer, bei Hitze oder Regen, Schnee oder Sandsturm, ich kann mich völlig auf meine Ausrüstung verlassen.

Bild: Dionys Moser

Was verwendest du am häufigsten und wie hilft dir dein Equipment dabei, deine Bildideen zu verwirklichen?
Für Landschaften hat sich die D810 als geradezu brillant erwiesen! Mit der Einführung der 800er-Serie setzte Nikon einen Meilenstein! Der Dynamikumfang der aktuellen D810 ist absolut traumhaft und gehört immer noch zum Allerfeinsten auf dem Kameramarkt. Bei Tieraufnahmen ist oft Geschwindigkeit gefragt. Die «Arbeitstiere» von Nikon dazu perfekt: D4s und D5 sind darum immer zur Hand. Bei diesen Kameras sind Rauschverhalten und Autofokus einfach traumhaft!

Kürzlich durfte ich auf einer Reise nach Indien, wo wir Tiger fotografieren wollten, die Nikon D500 testen. Ich bin vollauf begeistert. Auf diese Kamera haben alle Naturfotografen gewartet. Mit der Brennweitenverlängerung ist sie ideal für diese Zwecke, der Autofokus ist Wahnsinn und ich habe noch nie eine so gute Kamera für Makroaufnahmen gesehen. Diese Kamera gebe ich bestimmt nicht mehr zurück (lacht).

Gute, robuste Objektive sind immer dabei: 24–70 mm f/2,8 sowie 70–200 mm f/2,8 sind ein Muss. Man wird nie enttäuscht – die Abbildungsschärfe ist genial!

Was zeichnet Fotoreisen.ch aus?

Ich will dem Kunden ermöglichen, genau solche Bilder machen zu können, wie ich sie in meinen Galerien zeige. Er soll die Möglichkeit haben, auf einer Fotoreise das Handwerk der Fotografie und die Kenntnis seiner Ausrüstung zu erweitern und zu verfeinern. Ganz wichtig sind aber auch der Spass und der Genuss beim Fotografieren. Als Motto gilt: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort!


Was ist dein nächstes grosses Projekt?
Ich werde wieder mal eine Multivision machen.

Hast du abschliessend einen Rat für angehende Reisefotografen?

Bei der Ausrüstung auf Robustheit achten. Gute, lichtstarke Objektive sind von grossem Vorteil, besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen. Ich habe immer eine Regenabdeckung für die Kamera dabei, ein synthetisches Reisebadetuch hat sich dafür als sehr praktisch erwiesen. Ein Velogummispanner um den Fotorucksack zeigt sich ebenfalls als extrem praktisch. Die Bilder unterwegs immer in einem Bildertank sichern. Genügend Akkus mitnehmen. Versuchen, die Bilder vorauszuahnen, und dann im entscheidenden Moment bereit sein.

Bild: Dionys Moser


Mehr von und über Nikon Ambassador Dionys Moser findet ihr auf seiner Website.

 
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