PROFI-EISHOCKEY-SPIELER PASCAL ZERRESSEN MIT DER NIKON Z 6 AUF REISEN

Mittwoch, 25. Mai 2022

Profi-Eishockey-Spieler und als Verteidiger der Kölner Haie agiert Pascal Zerressen blitzschnell. Auf Reisen und Wanderungen in der Natur findet er mit der Nikon Z 6 den Ausgleich und Ruhe und fängt atemberaubende Landschaften ein.

Der intensive Eishockey-Sport ruft förmlich nach einer entspannten Auszeit, wenn gerade keine Saison ist. Pascal Zerressen findet diese in einer Kombination seiner beiden Lieblingshobbys – der Fotografie und dem Wandern. Wir fragen ihn, was ihn zur Fotografie gebracht hat, wo er am liebsten unterwegs ist und was er an Ausrüstung mit auf Reisen nimmt.

Wie bist du als Eishockey-Profi zur Fotografie gekommen?

Profi bin ich, seitdem ich 17 bin, also seit 11 Jahren. Als Ausgleich hat mich irgendwann das Reisen gepackt. Ich bin früher schon viel mit meinen Eltern gereist, Und mit meiner Frau fing das an, dass wir auch mal ganz explizit zum Fotografieren losgezogen sind. Am Anfang habe ich sie geknipst und den Hund und auf den Reisen dann die Landschaften. Das hat mir richtig viel Spass gemacht. Da bin ich dann drangeblieben und wollte mich dann auch weiter verbessern. Also habe ich mich reingelesen – was die Funktionen sind und was mit der Kamera alles möglich ist. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Fotografie für mich ein super Ausgleich zum schnellen Eishockey-Sport. Da kann ich mich dann in Ruhe in die Natur setzen, geniessen und die passenden Motive suchen.

Wie hast Du das Fotografieren gelernt?

Ich habe tatsächlich mal einen Fotokurs besucht, aber da war ich schon ein paar Jahre mit der Fotografie zugange. Am Anfang habe ich einfach die Kamera in die Hand genommen, bin rausgegangen und habe es ausprobiert. Und nebenbei natürlich Videos und Tutorials angeschaut.

Was hat Dich zur Landschaftsfotografie gebracht?

Ich bin schon mein ganzes Leben naturverbunden. Tiere und Landschaften an sich haben es mir angetan und ich mag es, draussen in der Natur zu sein. Ich geniesse die Ruhe, besonders auf den Reisen in die Berge. Aber auch hier in der Region um Köln gibt es schöne Plätze, wo man fast allein ist. Das fasziniert mich. Ich gehe gern raus in die Natur und geniesse Zeit, die ich dort bin.

Pascal Zerressen (*1992) ist Profi-Eishockeyspieler in Deutschlands höchster Spielklasse und spielt seit 2013 für die Haie in Köln. Die Landschaftsfotografie ist der perfekte Ausgleich für ihn.

Wie würdest Du deinen fotografischen Stil beschreiben?

Ich versuche, einen echten Look zu behalten, eine naturgetreue Darstellung zu zeigen. Sprich, die Natur einzufangen, wie ich sie sehe und die Bilder nicht zu sehr zu bearbeiten. Dabei arbeite ich gern mit dem Wetter. Die letzten Jahre habe ich auch versucht, die Auswirkungen des Wetters zu verstehen und immer dann rauszugehen, wenn es vom Wetter her passt. Ich bin kein Freund davon, Himmel zu überblenden, und bin daher immer auf der Suche nach stimmungsvollem Wetter.

Die berühmten Kreidefelsen – in den letzten zwei Jahren hat Pascal vor allem Fotospots in Deutschland besucht.

Welches Wetter oder welche Zeit ist Dir da am liebsten?

Da sich die Eishockey-Saison wegen Corona nach hinten verschoben hat, habe ich letztes Jahr erstmals den Herbst fotografisch kennengelernt. Sonst war das nie möglich, weil ich in der Zeit eigentlich durchweg Training hatte. Und ich muss sagen, die Nebelstimmungen zum Sonnenaufgang haben mich fasziniert. Das war eine andere Seite der Natur, die ich da fotografisch kennenlernen durfte.

Du fotografierst nicht nur Landschaften – auf deiner Webseite finden sich auch Astro-Aufnahmen. Wie bist Du zur Astrofotografie gekommen?

Irgendwie hat sich das weiterentwickelt. Es fing bei mir mit der normalen Naturfotografie an, da habe ich hier und da mal etwas fotografiert, aber die Sterne an sich haben mich direkt fasziniert. Mitten in der Stadt bekommt man vom Nachthimmel nicht viel mit, aber wenn man rausfährt in die Natur, wo die Lichtverschmutzung viel geringer ist, entdeckt man einen Sternenhimmel, der ganz anders ist. Auf zwei Norwegen-Reisen haben mich die Polarlichter richtig begeistert. Das war mein Einstieg in die Nacht- und später dann in die Milchstrassen-Fotografie.

Apropos Norwegen – wo bist Du am liebsten unterwegs?

Gute Frage. Was die Reisen angeht, hat mich Norwegen wirklich richtig gepackt. Ich war schon zwei Mal im Winter dort, und die schneebedeckte Landschaft, die kürzeren Tage im Winter und die langen Nächte mit den Polarlichtern haben eine Faszination geweckt. Wenn man einmal das Polarlicht gesehen hat, dann will man es immer und immer wieder sehen. Das gilt auch für mich und so ist Norwegen schon mein Hauptfavorit, was Reiseziele betrifft. Ganz allgemein bin ich sehr gern in den Bergen unterwegs, meist in der näheren Region oder in Österreich oder Südtirol. Da können wir auf Wanderungen auch den Hund mitnehmen, was im Fall von Norwegen der Flugreise wegen schwierig ist.

Die Polarlichter tanzen am Himmel im Norden von Norwegen. Eine Ansicht, die Pascal nicht mehr aus dem Kopf geht.

Astro-Landschaft mit Milchstrasse in Belgien.

In der aktuell schwierigen Zeit für Reisen – wo warst Du da als Letztes mit der Kamera unterwegs?

Ich war jetzt eigentlich nur noch in Deutschland unterwegs. Da habe ich einige Ziele abgeklappert, die ich schon länger auf meiner Liste hatte. Ich war in Bayern und auf Rügen, aber sonst waren das vor allem Tagesausflüge in der engeren Region hier um Köln herum. Ich glaube, ich habe vorher noch nie so viel über Deutschland gegoogelt. Ich glaube, das hat mich auch noch mal meine direkte Umgebung neu entdecken lassen, weil ich vorher gar nicht so gewusst und wertgeschätzt hatte, was in direkter Nähe zu finden ist.

Und welche Spots waren das dann?

Ich wohne eine halbe Stunde südlich von Köln, da ist die Eifel nicht weit. Es bietet sich also an, dort hinzufahren. Aber auch der Pfälzer Wald ist sehr sehenswert und nicht einmal zwei Stunden von uns entfernt. Im Winter war ich darüber hinaus viel in Königswinter und im Siebengebirge.

Dürfen wir einen Blick in deine Fototasche werfen?

Aber gern! Ich fotografiere jetzt hauptsächlich mit der Nikon Z 6. Für weitwinklige Aufnahmen habe ich das NIKKOR Z 14–30 mm 1:4 S. Dazu noch ein 14–30 mm mit 2,8er Lichtstärke. Das ist ideal für meine Astro-Landschaftsaufnahmen. Und so freue ich mich jetzt schon sehr darauf, wenn es damit im Frühjahr und Sommer wieder losgeht. Weiter geht es mit dem NIKKOR Z 24–70 mm 1:2,8 S. Das benutze ich am häufigsten. Es deckt die Brennweiten-Reichweite ab, die ich unterwegs wirklich oft brauche. Daneben habe ich auch immer noch eine Telebrennweite dabei – das NIKKOR Z 70–200 mm 1:2,8 VR S. Das mag ich für minimalistische Aufnahmen – oder wenn ich oben auf dem Berg bin und ein Detail näher heranholen möchte. Das letzte Objektiv, was ich eigentlich immer dabei habe, ist das NIKKOR Z 35 mm 1:1,8 S. Das nutze ich auch für die Nachtfotografie und alle Aufnahmen, bei denen ich mal eine offenere Blende benötige.

Wenn Du „jetzt“ sagst – mit was hast Du vorher gearbeitet?

Ich hatte zuvor eine Canon-DSLR. Da ich sehr viel wandere, ist mir die Kamera aber zunehmend zu schwer geworden. Ich wollte eine kleinere, kompaktere und spiegellose Kamera. Und bin dann auf die Nikon Z 6 umgestiegen, die deutlich handlicher ist – und auch die Objektive sind vom Gewicht her wesentlich angenehmer. Ansonsten hatte ich im Grunde fast die gleiche Ausrüstung. Ein 15–30 f/2,8 für Landschaften und Polarlichter, ein 24–70 f/2,8 und das 70–200 f/2,8. Ausserdem noch ein 150–600 mm, das hatte ich mit in Österreich, um Steinböcke zu fotografieren. Das ist so meine Hauptkombination an Objektiven, die ich immer abdecke und die für mich und meine Fotografie eigentlich völlig ausreichend sind.

Im Nationalpark Eifel gibt es zu jeder Jahreszeit atemberaubende Naturlandschaften zu bestaunen.

Hast Du für die Astro-Fotografie auch eine modifizierte Kamera?

Nein. In diesen Bereich bin ich jetzt noch nicht so tief vorgedrungen. Hier und da die Milchstrasse und die Polarlichter – dafür hat meine Nikon Z 6 bisher immer ausgereicht.

Was nimmst Du an Zubehör mit auf deine Fototouren?

Vor allem Filter. Gerade im Herbst arbeite ich bei Nebelstimmung ganz oft mit Filtern, um den Bildern mit Langzeitbelichtungen einen weichen Effekt zu geben. Mit der Zeit habe ich die Filter auch für den Himmel lieben gelernt. Ich mag es beispielsweise, wenn die Wolken so ein bisschen „dynamisch verzogen“ sind. Ich nutze zurzeit Filter einen ND 1.000 und einen ND 64.

Die Buckelwale konnte Pascal auf einer Waltour in Norwegen einfangen.

Du hast also auch Steinböcke fotografiert – unternimmst du spezielle Touren, um Tiere zu fotografieren?

Das verbindet sich mit der unternommenen Tour. Als wir in Österreich auf dem Grossglockner waren, hatten wir das mit unseren Wanderungen verbunden. Wir sind schon mal los und haben nach Tieren Ausschau gehalten, haben auch Murmeltiere und eben Steinböcke entdeckt. Generell bin ich nicht so der Typ, der sich dann stundenlang hinsetzt und auf die Tiere wartet. Dabei könnte das ganz spannend sein. Bären in Finnland oder so, das könnte ich mir vorstellen. Die Tierbilder auf meiner Norwegen- Reise sind auf der Wal-Tour entstanden, wir wollten da eigentlich Orcas und Buckelwale sehen, haben dann aber leider nur die Buckelwale gesehen. Aber da wollen wir auch unbedingt nochmal hin, vielleicht haben wir dann mehr Glück mit den Orcas.

Gibt es einen speziellen Ort, ein Traumziel, das Du unbedingt noch fotografisch festhalten willst?

Da muss ich, ganz ehrlich gesagt, kurz überlegen. Aber mich hat insbesondere Skandinavien gepackt. Das ist, verglichen mit unseren Breitengraden, eine komplett andere Welt. Und wenn ich ein grosses Ziel nennen soll, dann ist es, noch einmal im Sommer dorthin zu reisen und drei Wochen mit dem Camper auf Entdeckungstour gehen – von Süden bis in den hohen Norden. Durch die Eishockey-Saison im Winter hatten wir leider auch immer nur fünf bis sechs Tage Zeit. Wenn wir dann nach Skandinavien geflogen sind, konnten wir immer nur den Norden erkunden. Die Vorstellung, im Sommer für mehrere Wochen am Stück nach Norwegen zu reisen und dann das ganze Land abklappern zu können, das ist in jedem Fall ein Traumziel.

Hast Du ein Fotoprojekt, dass Du in naher Zeit umsetzen willst?

Ja, ich habe mir für den Frühling schon ein paar Ziele rausgesucht, wenn die ersten Blumen sich wieder zeigen. Aber aktuell hoffe ich, dass es im Sommer wieder in die Berge gehen kann. Wobei ich mir auch mal den Norden Deutschlands ansehen möchte.. Viel mehr wird in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich auch noch gar nicht gehen.

Wie gehst Du deine Projekte an?

Ich habe immer ein paar Orte vor Augen, die ich gern einmal sehen und fotografieren möchte. Ich schau dann, was man in der Region noch machen könnte, auch mit Frau und Hund. Sodass wir dort nicht nur fotografisch unterwegs sind, weil es sonst vielleicht für die anderen Mitreisenden ein bisschen langweilig werden könnte. Wir suchen uns also immer ein Ziel, wo ich ein paar Orte fotografieren kann, und die restliche Zeit planen wir dann anders.

Gibt es schon ein nächstes grosses Ziel oder Projekt?

Eher noch nicht. Ich bin gerade auf der Suche, was sich am besten umsetzen lässt. Vielleicht geht es zur Nordsee oder Ostsee.

In den Bergen ist Pascal am liebsten unterwegs. Diese Aufnahme entstand in Österreich.

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