Anna Heupel liebt das Leben, die Schönheit der Natur und das Gefühl von Freiheit. Mit ihrer Kamera reist die gebürtige Siegenerin um die Welt und erfreut ihre Follower auf den sozialen Netzwerken und auf ihrem Blog pineapplejuice.de mit ehrlichen Bildern, die Geschichten erzählen. Ihre Schwerpunkte liegen auf der Lifestyle-, der People- und der Outdoor-Fotografie. Als Mentorin bei Nikon Female Facets freut sie sich darauf, ihre Leidenschaft für die Lifestyle-Fotografie mit euch zu teilen und euch mit Tipps und stimmungsvollen Bildern zu inspirieren.

Ich liebe es einfach, draussen zu arbeiten

Als ich damals als Kind die letzten Bilder eines fast vollen Films von Papas analoger Kamera verknipsen durfte, war mir noch nicht klar, dass ich mir viele Jahre später einen Traum erfüllen würde und meine Leidenschaft für die Fotografie zum Beruf machen kann. So richtig los ging es für mich 2010 mit dem Kauf meiner ersten DSLR-Kamera, einer Nikon D60. Thematisch habe ich anfangs sehr viel ausprobiert. Das geht sicherlich jedem Fotografen so. Von der Beautyfotografie über die Modefotografie bis hin zu stimmungsvollen Porträts in der Natur war alles dabei. Wenn man sich meine Aufnahmen der letzten zehn Jahre ansieht, erkennt man aber schnell, dass ich vor allem Letzteres am liebsten mache. Ich geniesse es einfach, draussen zu arbeiten und Menschen in der Natur, frei und lebensfroh mit einer besonderen Lichtstimmung zu fotografieren. Deshalb habe ich mich auf diesen Lifestyle-Bereich am stärksten fokussiert. Meine Aufnahmen vermitteln ein Gefühl von Freiheit und Lebensfreude. Deshalb arbeite ich auch gerne aus der Bewegung heraus. Das wirkt viel natürlicher, als wenn das Model eine inszenierte Pose einnimmt. Auch das Licht spielt für mich eine wichtige Rolle. Vor allem die warme Lichtstimmung zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang verleiht meinen Bildern ein besonderes Flair.

Anna Heupel ist Lifestylefotografin, leidenschaftlich Reisende, Bloggerin und Creator.

Der Weg in die Selbstständigkeit braucht Mut und Geduld

Wer darüber nachdenkt, als Fotografin oder Fotograf in die Selbstständigkeit zu gehen, wird sich anfangs mit vielen Fragen beschäftigen. Ist es die richtige Entscheidung? Kann ich das schaffen und werde ich genügend Kunden finden, die mit mir arbeiten möchten? Auch für mich war es eine grosse Herausforderung, den Mut dafür aufzubringen, um meiner grossen Liebe, der Fotografie, nachzugehen. Die meisten aus meinem Bekanntenkreis haben über diese Idee nur geschmunzelt. Ich kann nur jedem raten, nicht zu viel auf die Meinung anderer zu geben. Bleibt dran, seid geduldig und entscheidet euch für die Dinge, für die euer Herz brennt. Auch bei mir hat sich alles Schritt für Schritt entwickelt. 2011 habe ich die Fotografie zuerst als Nebengewerbe angemeldet. Nach zwei Jahren brachte ich dann 2013 endlich den Mut auf, die Festanstellung aufzugeben und mich zu einhundert Prozent meiner Vollzeit-Selbständigkeit als Fotografin zu widmen. Ich glaube, für den Start ist ein gesunder Ehrgeiz wichtig. Es hilft, wenn man nicht zu verbissen an die Selbstständigkeit herangeht und genug Geduld aufbringt. Wenn ich zurückblicke, würde ich auch heute nochmal alles ganz genauso machen. Ich würde aber meinem „ungeduldigen Ich“ häufiger sagen, dass alles gut wird und ich einfach meinem Herzen folgen soll.

Ich organisiere komplette Produktionen

Mit den Jahren habe ich unzählige Projekte fotografiert, war in vielen Ländern unterwegs und habe dadurch jede Menge an Erfahrung gewonnen. Das spiegelt sich auch in meinen Bildern wider. Viele meiner Kunden kommen inzwischen von sich aus auf mich zu und fragen Produktionen an. Die meisten meiner Auftraggeber, wie zum Beispiel beyerdynamic und Jack Wolfskin sind mittlerweile langjährig dabei und fragen immer wieder neue Projekte an, die ich verwirkliche. Ich organisiere diese Produktionen komplett, suche Models und geeignete Locations und schreibe oftmals ganze Kreativ-Konzepte, die zur jeweiligen Kampagne des Unternehmens passen. Im Influencer-Bereich gehe ich häufig gerne selbst auf Marken zu, die mir persönlich gut gefallen. Ich bin überzeugt davon, dass gerade im Werbe- und Empfehlungsbereich eine Zusammenarbeit vor allem dann richtig authentisch ist, wenn ich von einem Produkt oder einer Marke jahrelang überzeugt bin. In dem Fall gehe ich dann gerne auf die Marken zu und schlage eine Zusammenarbeit vor.

Die DSLR ist nach wie vor mein Favorit

Nach meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera, der Nikon D60, arbeite ich auch heute noch sehr gerne mit dem Nikon-System. Inzwischen begleitet mich eine Nikon D850 auf meinen Reisen. Dazu habe ich meistens drei Festbrennweiten im Gepäck: das AF-S NIKKOR 28 mm 1:1,4 E ED, das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,4G und das AF-S NIKKOR 105 mm 1:1,4E ED. Vor allem das 28 mm gehört zu meinen absoluten Lieblings-Objektiven! Ich liebe einfach den Look und die Brennweite. Das 28 mm bildet für mich die perfekte Mitte zwischen einem 24 mm und einem 35 mm und ermöglicht mir einen lässigen Look in so ziemlich allen Bereichen, die ich gerne fotografiere. Alle drei Objektive in meiner Kameratasche arbeiten zuverlässig und liefern scharfe Bilder mit weichen Kontrasten. Neuerdings habe ich zusätzlich eine spiegellose Nikon Z 7 dabei. Die verwende ich derzeit als Back-up mit Nikons FTZ-Adapter. Auf diese Weise kann ich meine DSLR-Objektive ohne Probleme auch an der Nikon Z 7 verwenden.

2020 habe ich viel über mich selbst gelernt

Das für viele Menschen nicht ganz einfache Jahr 2020 hat auch für mich sowohl schwierige als auch sehr schöne Zeiten bereitgehalten. Beruflich war das Jahr tatsächlich eins der Besten in meiner bisherigen Karriere, da Digitales immer wichtiger wurde und meine ganze Arbeit digital und unabhängig stattfindet. Gleichzeitig war 2020 aber auch eins der schwersten Jahre für mich, weil ich im Herbst einen Kletterunfall hatte, am Knie operiert werden musste und anschliessend monatelang zur Reha ging. Zu dieser Zeit habe ich das erste Mal am eigenen Leib erfahren, wie es ist, körperlich nicht funktionieren zu können, während der Geist weiter sprudelt. Das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Davon abgesehen war das Jahr 2020 für mich aber erfolgreich und insgesamt sehr positiv. Es sind zwar Reisen weggefallen – das hatte aber den schönen Nebeneffekt, dass ich total entschleunigen konnte. Ich war wandern, bin viel mit dem Rad gefahren und habe so viel Zeit wie nie mit meiner Familie verbracht. Nach all den Jahren in über 40 Ländern war das eine willkommene Pause. Ausserdem waren mein Freund und ich im Sommer in unserem Haus in Schweden. Das war die tollste Reise ever! Alles in allem habe ich 2020 viel gelernt. Über mich, mein wahres Selbst und darüber, wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein. Das hat auch meine Ziele für die Zukunft beeinflusst.

Ein besonderer Moment mit Cristina Mittermeier

Ich habe in meiner Karriere schon viele schöne Projekte und Augenblicke erleben dürfen. Bei einem für mich sehr wichtigen und grossen Projekt mit Mercedes in Canada, Vancouver Island ist mir vor allem die sehr schöne Begegnung mit Cristina Mittermeier in Erinnerung. Sie ist nicht nur eine der bekanntesten Fotografinnen der Welt, sondern auch ein unfassbar herzlicher Mensch und eine starke Persönlichkeit, die mich sehr inspiriert. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man selbst Fotografin ist und auf einmal eines der grössten Vorbilder vor der Linse hat. Wir haben uns sehr gut verstanden. Sie hat mir sogar ein handsigniertes Fotobuch von sich geschenkt.

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